Stephen King, der Master of Horror, stattete Deutschland seinen ersten Lesungsbesuch ab. Nach dem Circus Krone in München war am 20.11.2013 das CCH in Hamburg sein Ziel. Wir konnten nicht widerstehen und hatten uns so früh wie möglich Karten für dieses einmalige Event gesichert. Stephen King außerhalb seines heimischen Schreibzimmers zu finden, ist durchaus selten, obwohl er ein sehr unterhaltsamer Erzähler und Unterhalter ist und hoffentlich in Zukunft noch mehrere solcher Tourneen machen wird.



war schon sehr gut umlagert, genau wie die anderen Verkaufsstände und es war eine allgemeine freudige Erwartung zu erkennen. Noch konnte man auch die englische Originalfassung von Doctor Sleep erstehen, was nach der Lesung leider nicht mehr möglich war. Da war wohl etwas knapp geplant worden. Es hieß auch, dass ein kleines Kontingent signierter Exemplare zu erstehen sein sollte, von dem auch noch nichts zu sehen war. So ließen wir Bücher Bücher sein und begaben uns ein Stockwerk höher, um auf den Einlass zu warten.

Die Fotografenmeute wartete schon vor der Bühne und musste noch etwas ausharren, da erst einmal Ingo Zamperoni, seines Zeichens Tagesthemen-Moderator, die Bühne betrat und die Vorstellung übernahm. Ein bisschen konnte man ihm anmerken, dass diese Veranstaltung auch für ihn etwas Besonderes war. Zum Glück ließ er uns nicht allzu lange warten und endlich war die Zeit gekommen, dass Stephen King eher schüchtern den Weg zur Mitte und direkt in die Arme der Presse beschritt. Dieser gehörten nun die nächsten fünf Minuten, in denen wir alle mit Blitzlicht fotografieren durften und die ich auch nutze, um schnell vorzustürmen, um ein paar Aufnahmen aus nächster Nähe zu machen.

Man merkte Stephen King an, dass dies keine alltägliche Situation für ihn war, er überspielte sie aber gekonnt, indem er anbat, zu strippen, sich wunderte, dass er in seinem Alter noch so ein tolles Fotomotiv bietet, das Blitzlichtgewitter mit dem bei den Backstreet-Boys verglich und sich das Buch schnappte, mit ihm posierte und schließlich unmissverständlich andeutete, dass es doch langsam genug sei. Ich und der fotografierende Rest begaben uns also zurück an die Plätze.

Schließlich wendete man sich Doctor Sleep zu. Eigentlich schreibt Stephen King keine Fortsetzungen, da man dabei als Autor dank der Erwartungshaltung der Leser fast immer nur verlieren kann. Bei Shining ist dies jedoch nun etwas anderes, da er über die Jahre immer wieder daran dachte, was aus Danny Torrence geworden ist. Da auch Fans diese Frage stellten, kam ihm schließlich die Idee zu Doctor Sleep, eine Geschichte, die sich allerdings stark von Shining unterscheidet. Nachdem Ingo Zamperoni eine mehr oder minder am Original orientierte übersetzte Zusammenfassung des Gespräches, die man sich meiner Meinung nach komplett hätte sparen können, wiedergegeben hatte, endete der erste Abschnitt.


Während Ingo Zamperoni, der übrigens sehr gut auf die Gespräche vorbereitet war und viel Hintergrundwissen in seine Übersetzungen und Antworten einfließen ließ, im Sessel Platz nahm, schnappte sich Stephen King sein Ipad, das zum Glück funktionierte, und begann mit der Lesung aus dem Buch.
Er liest aus dem Kapitel "Ein Auftrag für Doctor Sleep". Mucksmäuschenstill hängen wir an seinen Lippen und lauschen, wie er uns gekonnt seine Geschichte vorträgt. Gestenreich und betont sorgt Stephen King dafür, dassdie Zeit viel zu schnell verfliegt, und wir erfahren, wie Danny dank seiner speziellen Begabung dabei ist einem Menschen den Aufbruch zu seiner letzten Reise erleichtert.






Zuerst stellt Ingo Zamperoni drei Fragen, die über Facebook und Twitter von Heyne gesammelt wurden, bevor mit Spotlight drei Zuschauer Fragen stellen durften. Für mich waren es verschenkte Minuten, die durchaus mit sinnvollerem Inhalt hätten gefüllt werden können. Dazu passt, wie Stephen King selbst auf Ingo Zamperonis abschließende Frage, ob ihm denn an diesem Abend eine Frage gestellt wurde, die er nie zuvor gehört hatte, mit einem klaren und schlichten "No" beantwortete.




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Über den Autor:
Kurzbeschreibung:
Die große Fortsetzung von "Shining"
Auf Amerikas Highways ist eine mörderische Sekte unterwegs. Sie hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben. Stephen King kehrt zu den Figuren und Szenerien eines seiner berühmtesten Romane zurück: Der Dreirad fahrende kleine Danny, der im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden müssen, ist erwachsen geworden. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los, und wieder gerät er in einen Kampf zwischen Gut und Böse. Die zwölfjährige Abra hat das Shining. Kann er sie retten?
Nur mühevoll kann Dan Torrance die Schrecken verarbeiten, die er als kleines Kind im Hotel Overlook erlitten hat. Obendrein hat er die Suchtkrankheit seines besessenen Vaters geerbt und nimmt daher fleißig an Treffen der Anonymen Alkoholiker teil. Seine paranormalen Fähigkeiten – das Shining – setzt er nun in seinem Beruf ein: In einem Hospiz spendet er Sterbenden in ihren letzten Stunden Trost. Man nennt ihn liebevoll Doctor Sleep. Währenddessen ist in ganz Amerika eine Sekte auf der Suche nach ihrem Lebenselixier unterwegs. Ihre Mitglieder sehen so unscheinbar aus wie der landläufige Tourist – Ruheständler in Polyesterkleidung, die in ihr Wohnmobil vernarrt sind. Aber sie sind nahezu unsterblich, wenn sie sich vom letzten Lebenshauch jener Menschen ernähren, die das Shining besitzen. Das Mädchen Abra Stone besitzt es im Übermaß und gerät ins Visier der mörderischen Sekte. Um sie zu retten, weckt Dan die tief in ihm schlummernden Dämonen und ruft sie in einen alles entscheidenden Kampf.
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Sehr schöner Bericht, vielen lieben Dank! Ich konnte leider nicht hinfahren, weil es einfach zu weit ist. Wie groß der Saal ist, das hätte ich auch nicht gedacht :) Da hat er wohl mehr Fans als er dachte.
AntwortenLöschenDas mit den grauen Armbändchen verärgert mich jedoch zutiefst. Waren das, wie ich annehme, diejenigen, die sich auch eine teure Karte leisten konnten?
Ja, bei zwei Terminen in Deutschland ist die Chance groß, das es zu weit weg ist. Ich glaube, er weiß schon, dass er viele Fans hat und vielleicht hat ihn gerade das abgeschreckt schon vorher auf so eine Promotour zu gehen. Außerdem meint er, Länder, die er besucht, zumindest mit einigen Worten in der Landessprache verstehen zu müssen, wodurch das Bitte, Danke, mit Schlag zustande kam :)
LöschenDa wir anfangs ja noch nicht wussten, was es mit den Bändchen auf sich hatte, ist es schwer nachvollziehen, wer nun welche bekommen hat. Auffällig war nur, dass am Eingang wir an der Rolltreppe standen und vor uns nach Kontrolle der Karten welche auf die Treppe umgelenkt wurden. Ob da ein Zusammenhang besteht, weiß ich natürlich nicht, deutet aber darauf hin, dass gefiltert wurde.