Dienstag, 29. Oktober 2013

Rezension: Opferzeit von Paul Cleave


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Heyne VerlagPaul Cleave



Taschenbuch: 672 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (14. Oktober 2013)
Übersetzer: Frank Dabrock, Alexander Wagner
ISBN-10: 3453437497
ISBN-13: 978-3453437494
ASIN: B00EGKEN3U
Originaltitel: Joe Victim

Zwischen dem ersten Teil, Der siebte Tod, und seiner Fortsetzung liegen sieben Jahre, in denen Paul Cleave andere erfolgreiche Thriller geschrieben hat. Nun kehrt er zu seinem Serienkiller Joe zurück und schafft es wieder die Leser in seinen Bann zu ziehen. Hoffentlich lässt der nächste Teil nicht wieder so lange auf sich warten.

Inhalt:

Joe Middleton, der sich nun Joe Victim nennt, soll nun nach einem Jahr der Prozess für seine Mordserie gemacht werden. Er plant allerdings, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren und beschäftigt die Psychiater mit seinen "ich kann mich nicht erinnern" Behauptungen. Inzwischen hat Melissa X andere Pläne und macht sich auf, mit einem neuen Verbündeten Joes Leben zu beenden, bevor er vor Gericht aussagen kann. Es bleiben nur wenige Tage, bis sich Joes Schicksal entscheiden wird.

Cover:

Auch wenn ich bis zum Ende nicht herausgefunden habe, wofür die blutige Fünf steht, ist es ein typisches Thriller-Cover. Man kann sofort erahnen, worum es geht und wird sich dann, falls einem der Name Paul Cleave nicht eh bekannt ist, gerne mit dem Klappentext beschäftigen. Das Blut findet sich auch im Cover zum ersten Teil wieder, genau wie die Schriftfarben, so dass die beiden Bücher also sehr gut zusammen passen.

Setting und Stil:

Auch wenn der Roman in Christchurch, Neuseeland spielt, kriegt man nicht allzu viel vom Lokalkolorit vermittelt. Eher handelt es sich um einen Thriller, der auch anderswo auf der Welt angesiedelt sein könnte. Die Ich-Perspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel zwischen den Hauptcharakteren, so dass sich man die ersten Zeilen umorientieren und den Abschnitt dem richtigen Charakter zuordnen muss. Einige Beschreibungen haben einen ziemlich hohen Ekelfaktor, der aber zu Charakteren und Situationen passt, allerdings den ein oder anderen zart beseiteten Leser abschrecken könnte. Da gerade in den Abschnitten mit Joe einen sehr genaues Charakterbild gezeichnet wird, geraten sie ab und an etwas schleppend, ausgeglichen wird dies jedoch durch das packende Finale und die Abschnitte mit Melissa, die actionreich verlaufen.

Charaktere:

Paul Cleave schafft es bei mir, schon fast Mitleid mit Joe zu erzeugen. Seine Gefangenschaft ist definitiv kein Zuckerschlecken. Trotzdem eignet sich weder er selbst, noch einer der anderen als wirkliche Identifikationsmöglichkeit. Melissa X ist klar die Böse, Joes Familie ziemlich durchgeknallt, die auftauchenden Psychiater machen nur ihren Job und Schröder, als Polizist, der damals gegen ihn ermittelte und nun als Berater einer Wahrsagershow im Fernsehen arbeitet, ist auch eher ein unglücklicher Vertreter seiner Zunft. Trotzdem funktioniert der Roman und lebt von dem Eintauchen in den Charakter des Bösen und dem Wunsch, dass die Gerechtigkeit, wie auch immer sie aussehen mag, siegt.

Geschichte:

Joe sitzt im Knast und wartet auf seinen Prozess und trotzdem ist der Roman alles andere als unblutig, dafür darf Melissa X sorgen. Es geht um einen Wahrsager, der Joe Geld verspricht, wenn er ihm den Verbleib einer Leiche offenbart und Psychiater, die Joes Fassade zum Einsturz bringen wollen. Es ist also eine logische Weiterführung des ersten Teils, die viele neue Einblicke bietet und durchaus überraschen kann. Eine Handlung, die fesselt, ungeschminkt vermittelt wird und dank der Ich-Perspektive dem Leser direkt ins Gesicht springt.

Fazit:

Eine Thrillermischung aus Action und Psychologie, die mich fesseln konnte. Lesen des ersten Teils ist nicht unbedingt nötig, aber definitiv zu empfehlen, da nicht alle Hintergrundinformationen im zweiten Teil aufgegriffen werden. Ein Thriller, der Gefühle beim Leser hervorruft, die manchmal sehr unangenehm sein können und dem es gelingt, den Leser direkt anzusprechen. Ein Buch über einen einzigartigen Charakter, der sich die Fortsetzung verdient hat. Eine Leseempfehlung für alle, die etwas härtere Thriller lieben.



Buchvorstellung:

Über den Autor:

Zunächst galt für Paul Cleave vor allem eines: durchhalten. In der Schule eckte er mit seinen düsteren Kurzgeschichten bei den Lehrern an, und bevor sein erster Roman veröffentlicht wurde, stand er aus Geldmangel vor der Wahl, eine Arbeit aufzunehmen oder sein Haus zu verkaufen. Das Risiko, das er durch den Hausverkauf einging, ihm aber Zeit fürs Schreiben bescherte, zahlte sich aus: 2006 erschien sein Thriller "Der siebte Tod", und schon ein Jahr später konnte man den Namen des 1974 in Christchurch geborenen Autors auf den internationalen Bestsellerlisten finden. Dass dies der Lohn harter Arbeit und kein Zufallstreffer war, zeigte Cleave eindrucksvoll mit seinem zweiten Thriller "Die Stunde des Todes", der ebenfalls ein internationaler Erfolg wurde. Gut, dass er durchgehalten hat!

(Quelle: Amazon.de)


Kurzbeschreibung:

Einer der perfidesten Serienkiller aller Zeiten kehrt zurück: Joe is back!

Die Einwohner der Neuseelandmetropole Christchurch sind aufgebracht. Ein Jahr nach der brutalen Mordserie, die ihre Stadt erschütterte, beginnt der Prozess um den berüchtigten Schlächter von Christchurch. Doch Joe, der scheinbar grenzenlos naive Serienmörder, beteuert nach wie vor seine Unschuld. Unterdessen zieht sich die psychopathische Melissa X einen neuen Killer heran, um Joe, mit dem sie einst eine unheilige Liaison einging, zu töten. Christchurch droht eine Apokalypse des Todes ...

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