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Mittwoch, 7. Mai 2014
Aethercircus 2014
Zum dritten Mal fand am letzten Wochenende das Steampunk Festival Aethercircus in Stade statt. Nachdem es vor zwei Jahren noch im Rathaus der Stadt untergebracht war, kehrte es diesmal zum zweiten Mail in die Festung Grauer Ort zurück. Eine sehr stimmungsvolle Anlage aus dem späten 19. Jahrhundert, die perfekt zum Steampunk passt und zum eigenen Erkunden einlädt, oder durch Führungen näher kennengelernt werden kann.
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Samstag, 12. April 2014
Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung - Berliner Republik
Ich ziehe meinen virtuellen Hut vor einem großartigen Künstler, der am 10.4. das Publikum des Bremer Musicaltheater dreieinhalb Stunden in seinen Bann gezogen hat.
Sonntag, 20. Oktober 2013
Comedy: Johannes Flöck - Der Geschmack der mittleren Reife
Am 16.10. gastierte Johannes Flöck mit seinem aktuellen Soloprogramm "Der Geschmack der mittleren Reife" im kleinen Saal des Theaterschiffs in Bremen. Bremen4u sei dank wurde ich auf die Veranstaltung aufmerksam und kam so zu einem sehr unterhaltsamen Comedy-Abend, bei dem durchaus Tränen gelacht wurden.
Freitag, 18. Januar 2013
Konzert: Hans Liberg mit "Ick Hans Liberg" in der Kulturetage Oldenburg
Offizielle Webseite
Youtube
Amazon: broschiert € 16,95
Amazon.de: eBook € 8,99
weitere Artikel bei Amazon
Bilder: Thomas Meyer
Gestern Abend verschlug es uns mal wieder ins schöne Oldenburg. Zunächst stockten wir bei HEMA noch unseren Lakritz-Vorrat auf. Danach lecker im Restaurant Mekong ein "Familien-Glück" verschnabuliert, machten wir uns mit Hilfe meines Samsung Galaxy Tab auf die Suche nach der Kulturetage. Wie in Oldenburg üblich, brauchten wir dafür nicht lang. Als es jedoch daran ging unsere Karten abzuholen, gab es Probleme. Für uns waren leider keine Plätze mehr frei ("...wir haben erst gestern von dieser Ehrenliste erfahren, sind aber seit 3 Tagen komplett ausverkauft). Uns wurde von der sehr freundlichen Abendspielleitung das Ganze als Stehveranstaltung angeboten und wir sollten uns, falls nach Beginn noch Plätze freibleiben sollten, diese doch sichern. Da wir Hans Liberg auf jeden Fall nicht verpassen wollten, stimmten wir zu, gingen kurz vor Beginn der Veranstaltung in den Saal und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
Das Licht ging aus, die Türen zu - und das Wunder geschah: Wir wurden von Frau Czichon tatsächlich zu noch freien Plätzen geleitet. Glück gehabt und damit konnte der sehr unterhaltsame Abend ohne weitere Komplikationen seinen Lauf nehmen.
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Freitag, 11. Mai 2012
Musical Linie 1 im Bremer KULT Theater
KULT Theater
BMC
EUMAC
Dank eines großzügigen Angebots für die Besucher der Walpurgisnacht-Veranstaltung, waren wir letzten Donnerstag Abend abermals im relativ gut gefüllten KULT. Diesmal stand die "Linie 1" auf dem Programm.
Wie er betonte, ausnahmsweise, begrüßte uns Thomas Blaeschke, der Intendant des Hauses, der EUMAC und der BMC, in gewohnt launiger Form. Er stellte heraus, dass Linie 1 das erfolgreichste deutsche Musical ist. Von der Bühne des Grips-Theaters in Berlin wurde die Geschichte einer jungen Ausreißerin und ihrer Irrfahrt durch das Berlin der Kohl-Ära inzwischen in 22 Länder exportiert.
Ort der Handlung: Die U-Bahn-Station "Bahnhof Zoo" Berlin, die Züge und die ein oder andere weitere Haltestelle.
Das Bühnenbild, das wir teilweise am Montag schon zu sehen bekommen haben, wird noch raffiniert durch einige kleine Umbauten ergänzt und erweitert, so dass sich die einzelnen Szenen ausreichend unterscheiden.
Nicht nur in den 80/90er Jahren der Kohl-Ära war Berlin und die U-Bahn ein Sammelpunkt von Junkies, Dealern, Zuhältern, Nachtschwärmern und Businesstypen. Früh morgens herrscht hektisches Treiben und das junge Mädchen (Sara Dähn) aus der Provinz, das nach dem Weg fragt, steht verloren da.
Das Mädchen, das sich einmal Sunny und dann wieder Momo nennt, ist der rote Faden. Doch eigentlich geht es um die Menschen, denen es auf ihrem Irrweg zwischen Zoo und Kreuzweg begegnet. Da ist Maria (Nadine Bieber), die sich ungeliebt von ihrer Mutter und der ganzen Welt fühlt. Bambi (Jan Holtappels), der "Drogenberater", der Sunny bei der Suche nach dem Vater ihren ungeborenen Kindes (Alexander Hohler) hilft. Ein Junkie-Pärchen (Dirk Siebenmorgen / Sarah Kluge), Ein Rentner-Ehepaar (Bernd Lanzke / Nina Arena), eine Sängerin (Mareike Heyen), eine Lady (Simona Lenacker) und Bisi (Paloma Klose). Die restlichen Ensemblemitglieder waren: Sharon Rupa, Jana Meyerdierks, Lara Trautmann, Jolien Rass, Vanessa Weiss und Rachelle Sondijker und Simone Andersson.
Trotz der hochklassigen Leistung der Akteure wollte bei uns der Funke leider nicht ganz überspringen. Die Zeit hat auch diesem Stück etwas von seiner Aktualität genommen. Was wären wohl heute die Themen? Hartz IV? Altersarmut? Was bei anderen Stücken meist übertrieben wird, fehlt dieser Inszenierung: Die Umsetzung des Stückes in heutige Zeit. Dafür erhält man allerdings eine solide und gelungene Umsetzung des Originalmaterials, die einen in das Berlin der 80er Jahre versetzt, samt Berliner Dialekt und Eigenheiten.
Am Ende gab es begeisterten Applaus, der noch durch drei Zugaben der bekanntesten Lieder des Musicals gesteigert wurde. Wir haben den Abend nicht bereut und können nur empfehlen: "Fahr mal wieder U-Bahn."
Freitag, 4. Mai 2012
Mystic Musical Gala zur Walpurgisnacht im KULT
KULT Theater
BMC
EUMAC
Schließlich zogen sich die Darsteller zurück und der Saal wurde geöffnet. Mancher Besucher schreckte dann doch nach Abriss der Karten zurück: Ein Zombie besetzte seinen Platz und weigert sich diesen zu räumen. War mir letztes Jahr an Halloween auch schon so gegangen, blieb mir aber dieses Mal zum Glück erspart.
Diesmal hatten wir uns für Tickets im hinteren Bereich entschieden - eine gute Entscheidung, wie wir bald feststellten. Ein Steg verlängerte die Bühne ins Publikum. Somit bekamen die ersten Reihen die Solisten regelmäßig nur von der Seite oder von hinten zu sehen. Das Bühnenbild - eine gekachelte Unterführung oder U-Bahnstation - war wohl von dem Stück "Linie 1" übernommen, das erst vor wenigen Tagen an gleicher Stelle Premiere gefeiert hatte.
BMC
EUMAC
Zum Glück fand ich einen Tag
vorher im Internet, dass die Bremer Musical Company (BMC) zur Walpurgisnacht
eine Mystic Musical Night veranstaltete. Schnell stand fest, dass wir den
"Tanz in den Mai" diesmal ins KULT in Walle verlegen.
Wie schon zu Halloween, bevölkerten die Künstler
der BMC und der European Musical Academy (EUMAC) als Untote verkleidet das
Foyer. So sorgten sie bereits vor Vorstellungsbeginn für die richtige
Einstimmung auf den Abend. Verschiedene Bräuche zur Walpurgisnacht, wie das Läuten von
Glocken und das Wohnungsverbinden von Liebenden, konnte der Besucher zusätzlich
für sich entdecken.
Schließlich zogen sich die Darsteller zurück und der Saal wurde geöffnet. Mancher Besucher schreckte dann doch nach Abriss der Karten zurück: Ein Zombie besetzte seinen Platz und weigert sich diesen zu räumen. War mir letztes Jahr an Halloween auch schon so gegangen, blieb mir aber dieses Mal zum Glück erspart.
Diesmal hatten wir uns für Tickets im hinteren Bereich entschieden - eine gute Entscheidung, wie wir bald feststellten. Ein Steg verlängerte die Bühne ins Publikum. Somit bekamen die ersten Reihen die Solisten regelmäßig nur von der Seite oder von hinten zu sehen. Das Bühnenbild - eine gekachelte Unterführung oder U-Bahnstation - war wohl von dem Stück "Linie 1" übernommen, das erst vor wenigen Tagen an gleicher Stelle Premiere gefeiert hatte.
Mehr oder minder pünktlich um
20.00 Uhr betrat Thomas Blaeschke, der Chef von BMC, EUMAC und KULT in
Personalunion, in Jeans, Stiefeln, T-Shirt und zu enger Rockerjacke die Bühne.
Die Begrüßung in gewohnt charmant kurzweiliger Form - gespickt mit Anekdoten,
Ankündigungen für die nächsten Großevents und der Bitte, die Handys
auszuschalten - fiel dank der letzten technischen Korrekturen etwas länger aus.
Schließlich gingen die Lichter im Saal doch aus, Musik (Michael Jackson "Thriller") setzte ein und es kam Bewegung in die Untoten. Wie einstmals im berühmten Video stampften die Tänzer vom Zuschauerbereich auf die Bühne. Die EUMAC/BMC-Mitglieder brauchen auch den Vergleich mit dem berühmten Vorbild nicht zu scheuen.
Schließlich gingen die Lichter im Saal doch aus, Musik (Michael Jackson "Thriller") setzte ein und es kam Bewegung in die Untoten. Wie einstmals im berühmten Video stampften die Tänzer vom Zuschauerbereich auf die Bühne. Die EUMAC/BMC-Mitglieder brauchen auch den Vergleich mit dem berühmten Vorbild nicht zu scheuen.
Die "Moderatorin" des
Abends erschien in einer prachtvollen schwarzen Robe - Kaiserin Elisabeth von
Österreich (Nina Arena) höchstselbst.
Und wo die Kaiserin ist, da ist ihr Mörder auch nicht weit: Luigi Lucheni (SaraDähn).
Und wo die Kaiserin ist, da ist ihr Mörder auch nicht weit: Luigi Lucheni (SaraDähn).
Der Abend am Fuße des Blocksbergs
- oben feierten ja die Touristen - drehte sich um die Vergabe des Hexenpokals
der Hexen von Oz für den schaurigsten Act.
Die letztjährigen Gewinner, die Vampire aus "Tanz
der Vampire", durften zuerst ran. Hervorzuheben ist hierbei Dirk Siebenmorgen. Der Krefelder brachte den Grafen Krolok
gekonnt und
zog sein Publikum in seinen Bann. Wer ihn bereits in den
Vorjahren erlebte, kann auch eine deutliche Verbesserung seines leichten
Lispelns feststellen.
Als erste Nominierte folgten die Hexen von Oz - die Gastgeber, wie Sissi feststellte. Deren Vertreterin (Sharon Rupa) das Nominierungslied sehr verträumt und verspielt vortrug.
Als erste Nominierte folgten die Hexen von Oz - die Gastgeber, wie Sissi feststellte. Deren Vertreterin (Sharon Rupa) das Nominierungslied sehr verträumt und verspielt vortrug.
Die Geister der
Täter und Opfer der Französischen Revolution ("Les Miserables")
sorgten zunächst bei der Kaiserin und anschließend mit den berühmten Hymnen
"Bring ihn heim" und "Lied des Volkes" beim Publikum für
Gänsehaut.
Auch hier brillierte Dirk Siebenmorgen in der Rolle des Javert.
Um auch - in ihren Augen - unschuldigen Opfer zu Worte kommen zu lassen, führte Elisabeth dann ihre Freundin Marie Antoinette (Lara Trautmann) auf die Bühne. Bei "Das Einzige, was richtig ist" kamen Erinnerungen an die Aufführungen im Musical-Theater im letzten Jahr auf.
Mit der letzten Abteilung konnte Hoheit dann nichts anfangen. Wer ist denn bloß dieser Freddy Mercury? Lucheni konnte da weiterhelfen. Und schon wurde die "Bude gerockt": Freddy (die "Hamburger Leihgabe" Phil Georgopoulos) muss sich erst einmal unter dem Haufen von "untoten" Groupies hervorkämpfen. Die Songs der legendären Gruppe sind dann allerdings sehr "weiblich" besetzt.
Kurz vor der Pause bekommen die Besucher noch einmal die Regeln von Ihrer Majestät erklärt. Diese verzieht sich dann schaudernd als Lucheni mit "Kitsch" ihr und dem Publikum die Leviten liest.
Auch hier brillierte Dirk Siebenmorgen in der Rolle des Javert.
Um auch - in ihren Augen - unschuldigen Opfer zu Worte kommen zu lassen, führte Elisabeth dann ihre Freundin Marie Antoinette (Lara Trautmann) auf die Bühne. Bei "Das Einzige, was richtig ist" kamen Erinnerungen an die Aufführungen im Musical-Theater im letzten Jahr auf.
Mit der letzten Abteilung konnte Hoheit dann nichts anfangen. Wer ist denn bloß dieser Freddy Mercury? Lucheni konnte da weiterhelfen. Und schon wurde die "Bude gerockt": Freddy (die "Hamburger Leihgabe" Phil Georgopoulos) muss sich erst einmal unter dem Haufen von "untoten" Groupies hervorkämpfen. Die Songs der legendären Gruppe sind dann allerdings sehr "weiblich" besetzt.
Kurz vor der Pause bekommen die Besucher noch einmal die Regeln von Ihrer Majestät erklärt. Diese verzieht sich dann schaudernd als Lucheni mit "Kitsch" ihr und dem Publikum die Leviten liest.
Bei den üblichen
Erfrischungen an der Bar, werden tatsächlich Stimmzettel verteilt. Jeder
Besucher kann zwischen den 3 Nomierten wählen, aber auch selbst jemanden
nominieren. Der Chef der Truppe nutzt die Zeit um Besuchern geduldig Fragen zu
beantworten und erste Stimmungen einzufangen.
Und welche Ehre -
statt eines banalen Gongs bittet uns Lucheni höchstpersönlich wieder in den
Saal.
In einer Art
"Schnelldurchlauf" bringt es jeweils ein Mitglied der Gruppen noch
einmal auf den Punkt.
Nachdem die französische
Revolution den dritten Platz belegte kam es schließlich bei der Titelvergabe
zum Eklat, weil es Lucheni irgenwie gelungen ist, seinen Namen auf den
Siegerplatz zu setzen.
Stolz lässt er es mit "We are
the Champions" von Queen krachen.
Doch damit nicht genug, wird die
Moderatorin noch mit zarten Klängen des "Engels der Lieder"
verabschiedet, endet das Schlussbild mit dem Maskenball aus "Phantom der
Oper".
Tosender Applaus war schließlich
der Lohn für die Künstler, die sich mit mehreren Zugaben bedankten, wobei die
arme Sharon Ruppa mit ihrem prachtvollen roten Korsagenkleid zu kämpfen hatte.
Der Reißverschluss hielt nicht und ließ sie stetig mit der Tücke des Geschicks
kämpfen. Jede Andere hätte sich vermutlich hinter die Bühne verabschiedet. Sie
aber hielt tapfer durch und wurde schließlich von Lucheni unter die
Fittiche/Umhang genommen.
Den Abschluss bildeten Stücke aus "Linie
1", das gerade im KULT aufgeführt wird und damit endete um 23 Uhr dann
auch ein sehr unterhaltsamer Musical-Abend.
Künstler und Gäste konnten sich nun noch im
Foyer miteinander unterhalten und den Abend bei Getränken ausklingen lassen.
Folgende Solisten sind mir noch aufgefallen und
sollen nicht unerwähnt bleiben. Mareike Heyen als Margrid
Arnaud mit "Blind vom Licht der vielen Kerzen" hat fast Gänsehaut bei
mir erzeugt und konnte dann noch als Glinda mit "Heißgeliebt" sowie an der Seite von Freddy Mercury glänzen. Das holländische EUMAC-Mitglied, deren Namen mir leider entfallen ist, hat mit
einem Stück aus Wicked ebenfalls eine super Leistung hingelegt. Aber eigentlich
sollte man alle Teilnehmer loben. Sie waren alle Teil eines erfolgreichen
Ganzen, jeder hat seine Rolle erfolgreich ausgeübt und ich bin überzeugt dass
wir nicht das Letzte von ihnen gehört und gesehen haben.
Die nächste Chance, diese Gala zu sehen, gibt es zu Halloween, oder dann
wieder nächstes Jahr um diese Zeit.
Sonntag, 29. April 2012
Michael Hatzius - Die Echse und Freunde in Oldenburg
Am 21.04.2012 war die Echse zu Besuch im PFL in Oldenburg und wir waren mit dabei. Ich hatte die Echse und ihren Puppenspieler, Michael Hatzius, zuvor nur ein oder zweimal im Fernsehen gesehen und wusste deshalb nicht wirklich, was mich erwarten wird, da ich bisher noch kein Puppenspieler-Soloprogramm besucht hatte. Umso größer ist also die Begeisterung darüber, dass Michael Hatzius es schaffte, mir mehr herzliche und laute Lacher abzugewinnen, als jeder andere Komiker bisher. Die Echse ist genau mein Fall. Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht zu bewerten.
Doch kommen wir erst einmal zu dem Inhalt des Abends. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Jens Schirner, dem Feuerschutzbeauftragten des Hauses, der sich über die spezielle Schönheit des Veranstaltungsraumes ausließ (ein wirkliche spezielles Design). Danach betritt Michael Hatzius die Bühne und bereitet den Auftritt der Echse vor, die schließlich den weiteren Abend übernimmt und Geschichten aus ihrem langen Leben erzählt, von ihrer Geburt vor tausenden Jahren, über die Zeit Christi bis hin zum Hier und Jetzt. Unterbrochen wird das Ganze von Einspielern, die Michael Hatzius Zeit zum Verschnaufen geben. Natürlich bezieht Hatzius das Publikum mit ein und die Echse wäre nicht die Echse, wenn sie nicht den ein oder anderen sexistischen Witz loslassen würde. Im zweiten Teil nach der Pause beweist Hatzius dann noch, dass er auch das Puppenspiel mit kleineren Handpuppen beherrscht und nach zwei Stunden und fünfundvierzig Minuten ging der Abend seinem Ende zu.
Wie man an dem oberen Bild schon erkennen kann, hat Michael Hatzius noch angeboten, nach einer kurzen Umziehpause Autogramme zu unterschreiben. Leider wurde dies nur von einem Dutzend Zusehern genutzt, dafür wurde diese kleine Anhängerschaft umso freundlicher mit Autogrammen versehen.
Ich befürchte, Michael Hatzius hat mich als Fan gewonnen und ich werde ihn sicherlich auf der nächsten Tour wieder besuchen. Ihm gelingt es, obwohl er mit der Echse auf der Bühne sichtbar ist, den Zuseher vergessen zu lassen, dass die Echse ferngesteuert ist. Jede seiner Bewegungen passt so perfekt, dass seine Figuren zum Leben erwachen und man fast meint, dass sie ein Eigenleben haben.
Ein wirklich gelungener Abend, der ruhig noch länger hätte dauern dürfen.
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Mittwoch, 28. März 2012
Elisabeth - das Musical in Bremen
Am 24.03. hat es uns abends mal wieder ins Muscialtheater Bremen verschlagen. Eine der letzten Elisabeth Aufführungen der 20jährigen Jubiläumstour in Bremen erwartete uns und es war ein wirklich lohnender Abend, den demnächst die Gäste in Erfurt und Leipzig erleben dürfen.
Auf dem Vorhang ist ein Scherenschnitt Elisabeths abgebildet und die Erwartung ist groß, bevor es endlich mit Luigi Lucheni ersten Auftritt losgeht. Das Bühnenbild besteht aus einer Drehbühne, über die diverse Requisiten und die Darsteller rein- und rausgefahren werden. Der Bühnenhintergrund wird mit verschiedenen Bildern passend zu den Spielorten angestrahlt, die Seiten bestehen aus drehbaren Wänden, die auf der einen Seite Spiegel sind und es gibt eine ausklappbare Brücke und noch die ein oder andere Kleinigkeit, die das Bühnenbild zu einem passenden Erlebnis machen.
Die Tonabstimmung zwischen Orchestern und Darstellern war meiner Meinung nach etwas unglücklich da das Orchester meist zu laut war, so dass man in einigen Szenen dem Gesang der Darsteller nur schwer folgen konnte.
Damit bin ich dann auch schon bei den Darstellern angekommen, die von den Hauptrollen bis hin zur kleinsten Nebenrolle eine überzeugende Darstellung boten.
Elisabeth wird dargestellt von Annemieke van Dam, die schon 2008 diese Rolle verkörperte, und der man anmerkte, dass ihr das Spielen Spaß bringt.
Mark Seibert als Der Tod war herausragend, sowohl in Auftreten als auch Gesang. Seine Bühnenpräsenz ist wirklich bemerkenswert.
Kurosch Abbasi als Luigi Lucheni führte gekonnt durch das Musical und da wir bei Kitsch eines der Schokoladestücke erbeuten konnten, kann ich ihn natürlich nur Loben: die Rolle passt einfach perfekt zu ihm.
Die Kaiserfamilie war vertreten durch Betty Vermeulen als Erzherzogin Sophie und Lars Rindelaub als Kaiser Franz Joseph.
Besonderen Applaus erhielten dann doch der Kinderdarsteller, der den jungen Rudolf darstellte, sowie Oliver Arno als älterer Kronprinz Rudolf.
Die Pause war wie immer zu kurz im Musical Theater, so dass wir dank der geringen Anzahl Bedienungen nicht zu einem Getränk gekommen sind (geschweige denn zu einer Brezel, die wie immer sehr schnell ausverkauft waren).
Es gab am Schluss nur zwei Vorhänge, die allerdings beide mit Standing Ovations von dem zu ca. 2/3 gefüllten Haus belohnt wurden.
Eine einmalige Chance, sich das Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay in Topqualität anschauen zu können. Empfehlens- und lohnenswert mit Topbesetzung!
Sonntag, 30. Januar 2011
Theater Bremen: Die Nibelungen
| Foto: Jörg Landsberg |
Theater Bremen
Radio Bremen
Gestern Abend ging es mal wieder ins Theater. Diesmal ging es in das von Kritikern und Publikum gleichermaßen kontrovers aufgenommene Stück "Die Nibelungen" von Friedrich Hebbel, umgesetzt von Regisseur Herbert Fritsch. Da ich definitiv nicht zum Theaterkritiker aufsteigen will, gebe ich hier nur meine Eindrücke zur Aufführung wieder.
Obwohl oder gerade weil das Stück so kontrovers in der Presse behandelt wurde war das Theater am Goetheplatz so gut wie ausverkauft. Leider saßen wir diesmal nur in der 15. Reihe, was dazu führte, dass vereinzelt Dialoge nur schwer bis gar nicht zu verstehen waren. Entweder leidet die Akustik, dass man direkt unter dem ersten Rang sitzt, oder die Stimmen der Schauspielhausschauspieler reichten nicht, um den großen Raum auszufüllen.
Das Stück begann mit den Auftritt Etzels, sowie eines Übersetzers, die uns gemeinsam stimmgewaltig Etzels Leid näher brachten. Nach dieser eindrucksvollen Einleitung, die mit dem Händeschütteln der ersten Reihe endete, wurde einige Jahre zurück geblendet und die Geschichte rund um Siegfried und die Nibelungen konnte beginnen.
Fritsch verzichtet so gut wie auf alle Requisiten, einzig eine riesige Videoleinwand, auf der Farbspiele wiedergegeben werden, und die Souffleusen-Muschel füllten die ansonsten leere Bühne. Dafür waren dann die Schauspieler in umso mehr leuchtende und ins Auge stechende Kostüme gehüllt. Diese reichten vom roten Plüschmantel Gunthers über den Muskelanzug Siegfrieds bis hin zu hautengen Lackanzügen. Absolut einfalls- und abwechslungsreich.
Damit sind wir dann auch schon bei den Charakteren, die wohl so gut wie jedem aus der Nibelungensaga bekannt sein dürften. Allerdings werden sie bei dieser Aufführung so weit überzeichnet, dass das Ganze eher an Manga-, Comic- und Superheldenfilme erinnert, was wiederum nicht das Schlechteste ist, denn zumindest ich wurde dadurch sehr gut unterhalten, im Gegensatz zu meiner Begleitung. Die Entscheidung, das Stück eher in ein Umfeld zu packen, dass ein jüngeres Publikum anspricht, welches allerdings eher selten ins Theater zu gehen pflegt, schreckt dann wohl auch eher den ein oder anderen Besitzer einer Theater-Jahreskarte ab. Auch bei unserer Aufführung verließen vier ältere Zuschauer das Publikum und etliche andere hielten den Schlussapplaus nicht durch.
Bis zur Pause wurde dann die Geschichte von Siegfrieds Ankunft in Worms bis hin zu seinem Tode erzählt. Diesen Abschnitt empfand ich als äußerst genial. Sogar die minutenlange Schreiszene, bzw. bejubelte Rückkehr Gunthers nach Worms war sehens und hörenswert.
Danach kam die Pause und mit ihr die Vorbereitung auf das Ende. Siegfrieds Beerdigung wurde noch in dem Stil, der das bisherige Stück beherrschte, fortgesetzt, doch der nachfolgende Geschichtssprung samt der Racheaktion Kriemhilds, die zusammen mit Etzel ein laut schreiendes Spektakel inszenierten, dass schließlich in minutenlanger rhythmischer Musik endet, zu der sich die Schauspieler beklatschen ließen. Das Hauptproblem bei dieser Form des Endes besteht wohl in der Lautstärke. Man musste sich zwischen Klatschen und Ohren-zuhalten entscheiden, was wohl bei vielem zu letzterem führte, da das Klatschen auf der Bühne eh nicht gehört werden konnte. Auch die versuchte Aufmunterung die Bremer Zuseher zum mitmachen zu animieren endete relativ kläglich. Nur zwei Fans stürmten die Bühne, was auch daran liegen kann, dass es von den hinteren Reihen keine direkte Verbindung nach vorne gibt. Schade, dass die Schauspieler so selbst um den verdienten Applaus gebracht wurden, denn sehens- und erlebenswert ist dieses Stück auf alle Fälle.
Ich würde mich freuen, wenn ich es mir noch einmal ansehen kann. So muss Theater sein, dass Stücke aus vergangenen Jahrhunderten in die Neuzeit bringt!
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