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Freitag, 4. Mai 2012

Mystic Musical Gala zur Walpurgisnacht im KULT

KULT Theater
BMC
EUMAC

Zum Glück fand ich einen Tag vorher im Internet, dass die Bremer Musical Company (BMC) zur Walpurgisnacht eine Mystic Musical Night veranstaltete. Schnell stand fest, dass wir den "Tanz in den Mai" diesmal ins KULT in Walle verlegen.

Wie schon zu Halloween, bevölkerten die Künstler der BMC und der European Musical Academy (EUMAC) als Untote verkleidet das Foyer. So sorgten sie bereits vor Vorstellungsbeginn für die richtige Einstimmung auf den Abend. Verschiedene Bräuche zur Walpurgisnacht, wie das Läuten von Glocken und das Wohnungsverbinden von Liebenden, konnte der Besucher zusätzlich für sich entdecken.

Schließlich zogen sich die Darsteller zurück und der Saal wurde geöffnet. Mancher Besucher schreckte dann doch nach Abriss der Karten zurück: Ein Zombie besetzte seinen Platz und weigert sich diesen zu räumen. War mir letztes Jahr an Halloween auch schon so gegangen, blieb mir aber dieses Mal zum Glück erspart.

Diesmal hatten wir uns für Tickets im hinteren Bereich entschieden - eine gute Entscheidung, wie wir bald feststellten. Ein Steg verlängerte die Bühne ins Publikum. Somit bekamen die ersten Reihen die Solisten regelmäßig nur von der Seite oder von hinten zu sehen. Das Bühnenbild - eine gekachelte Unterführung oder       U-Bahnstation - war wohl von dem Stück "Linie 1" übernommen, das erst vor wenigen Tagen an gleicher Stelle Premiere gefeiert hatte.

Mehr oder minder pünktlich um 20.00 Uhr betrat Thomas Blaeschke, der Chef von BMC, EUMAC und KULT in Personalunion, in Jeans, Stiefeln, T-Shirt und zu enger Rockerjacke die Bühne. Die Begrüßung in gewohnt charmant kurzweiliger Form - gespickt mit Anekdoten, Ankündigungen für die nächsten Großevents und der Bitte, die Handys auszuschalten - fiel dank der letzten technischen Korrekturen etwas länger aus.

Schließlich gingen die Lichter im Saal doch aus, Musik (Michael Jackson "Thriller") setzte ein und es kam Bewegung in die Untoten. Wie einstmals im berühmten Video stampften die Tänzer vom Zuschauerbereich auf die Bühne. Die EUMAC/BMC-Mitglieder brauchen auch den Vergleich mit dem berühmten Vorbild nicht zu scheuen.

Die "Moderatorin" des Abends erschien in einer prachtvollen schwarzen Robe - Kaiserin Elisabeth von Österreich (Nina Arena) höchstselbst.



Und wo die Kaiserin ist, da ist ihr Mörder auch nicht weit: Luigi Lucheni (SaraDähn).

Der Abend am Fuße des Blocksbergs - oben feierten ja die Touristen - drehte sich um die Vergabe des Hexenpokals der Hexen von Oz für den schaurigsten Act.

Die letztjährigen Gewinner, die Vampire aus "Tanz der Vampire", durften zuerst ran.  Hervorzuheben ist hierbei Dirk Siebenmorgen. Der Krefelder brachte den Grafen Krolok gekonnt und zog sein Publikum in seinen Bann. Wer ihn bereits in den Vorjahren erlebte, kann auch eine deutliche Verbesserung seines leichten Lispelns feststellen. 

Als erste Nominierte folgten die Hexen von Oz - die Gastgeber, wie Sissi feststellte. Deren Vertreterin (Sharon Rupa) das Nominierungslied sehr verträumt und verspielt vortrug.

Die Geister der Täter und Opfer der Französischen Revolution ("Les Miserables") sorgten zunächst bei der Kaiserin und anschließend mit den berühmten Hymnen "Bring ihn heim" und "Lied des Volkes" beim Publikum für Gänsehaut. 

Auch hier brillierte Dirk Siebenmorgen in der Rolle des Javert.

Um auch - in ihren Augen - unschuldigen Opfer zu Worte kommen zu lassen, führte Elisabeth dann ihre Freundin Marie Antoinette (Lara Trautmann) auf die Bühne. Bei "Das Einzige, was
 richtig ist" kamen Erinnerungen an die Aufführungen im Musical-Theater im letzten Jahr auf.

Mit der letzten Abteilung konnte Hoheit dann nichts anfangen. Wer ist denn bloß dieser Freddy Mercury? Lucheni konnte da weiterhelfen. Und schon wurde die "Bude gerockt": Freddy (die "Hamburger Leihgabe" Phil Georgopoulos) muss sich erst einmal unter dem Haufen von "untoten" Groupies hervorkämpfen. Die Songs der legendären Gruppe sind dann allerdings sehr "weiblich" besetzt.

Kurz vor der Pause bekommen die Besucher noch einmal die Regeln von Ihrer Majestät erklärt. Diese verzieht sich dann schaudernd als Lucheni mit "Kitsch" ihr und dem Publikum die Leviten liest.

Bei den üblichen Erfrischungen an der Bar, werden tatsächlich Stimmzettel verteilt. Jeder Besucher kann zwischen den 3 Nomierten wählen, aber auch selbst jemanden nominieren. Der Chef der Truppe nutzt die Zeit um Besuchern geduldig Fragen zu beantworten und erste Stimmungen einzufangen.

Und welche Ehre - statt eines banalen Gongs bittet uns Lucheni höchstpersönlich wieder in den Saal.




In einer Art "Schnelldurchlauf" bringt es jeweils ein Mitglied der Gruppen noch einmal auf den Punkt.

Nachdem die französische Revolution den dritten Platz belegte kam es schließlich bei der Titelvergabe zum Eklat, weil es Lucheni irgenwie gelungen ist, seinen Namen auf den Siegerplatz zu setzen.

Stolz lässt er es mit "We are the Champions" von Queen krachen.

Doch damit nicht genug, wird die Moderatorin noch mit zarten Klängen des "Engels der Lieder" verabschiedet, endet das Schlussbild mit dem Maskenball aus "Phantom der Oper".

Tosender Applaus war schließlich der Lohn für die Künstler, die sich mit mehreren Zugaben bedankten, wobei die arme Sharon Ruppa mit ihrem prachtvollen roten Korsagenkleid zu kämpfen hatte. Der Reißverschluss hielt nicht und ließ sie stetig mit der Tücke des Geschicks kämpfen. Jede Andere hätte sich vermutlich hinter die Bühne verabschiedet. Sie aber hielt tapfer durch und wurde schließlich von Lucheni unter die Fittiche/Umhang genommen.

Den Abschluss bildeten Stücke aus "Linie 1", das gerade im KULT aufgeführt wird und damit endete um 23 Uhr dann auch ein sehr unterhaltsamer Musical-Abend.

Künstler und Gäste konnten sich nun noch im Foyer miteinander unterhalten und den Abend bei Getränken ausklingen lassen.

Folgende Solisten sind mir noch aufgefallen und sollen nicht unerwähnt bleiben. Mareike Heyen als Margrid Arnaud mit "Blind vom Licht der vielen Kerzen" hat fast Gänsehaut bei mir erzeugt und konnte dann noch als Glinda mit "Heißgeliebt" sowie an der Seite von Freddy Mercury glänzen. Das holländische EUMAC-Mitglied, deren Namen mir leider entfallen ist, hat mit einem Stück aus Wicked ebenfalls eine super Leistung hingelegt. Aber eigentlich sollte man alle Teilnehmer loben. Sie waren alle Teil eines erfolgreichen Ganzen, jeder hat seine Rolle erfolgreich ausgeübt und ich bin überzeugt dass wir nicht das Letzte von ihnen gehört und gesehen haben.

Die nächste Chance, diese Gala zu sehen, gibt es zu Halloween, oder dann wieder nächstes Jahr um diese Zeit.

Mittwoch, 28. März 2012

Elisabeth - das Musical in Bremen




Am 24.03. hat es uns abends mal wieder ins Muscialtheater Bremen verschlagen. Eine der letzten Elisabeth Aufführungen der 20jährigen Jubiläumstour in Bremen erwartete uns und es war ein wirklich lohnender Abend, den demnächst die Gäste in Erfurt und Leipzig erleben dürfen.
Auf dem Vorhang ist ein Scherenschnitt Elisabeths abgebildet und die Erwartung ist groß, bevor es endlich mit Luigi Lucheni ersten Auftritt losgeht. Das Bühnenbild besteht aus einer Drehbühne, über die diverse Requisiten und die Darsteller rein- und rausgefahren werden. Der Bühnenhintergrund wird mit verschiedenen Bildern passend zu den Spielorten angestrahlt, die Seiten bestehen aus drehbaren Wänden, die auf der einen Seite Spiegel sind und es gibt eine ausklappbare Brücke und noch die ein oder andere Kleinigkeit, die das Bühnenbild zu einem passenden Erlebnis machen.
Die Tonabstimmung zwischen Orchestern und Darstellern war meiner Meinung nach etwas unglücklich da das Orchester meist zu laut war, so dass man in einigen Szenen dem Gesang der Darsteller nur schwer folgen konnte.
Damit bin ich dann auch schon bei den Darstellern angekommen, die von den Hauptrollen bis hin zur kleinsten Nebenrolle eine überzeugende Darstellung boten.
Elisabeth wird dargestellt von Annemieke van Dam, die schon 2008 diese Rolle verkörperte, und der man anmerkte, dass ihr das Spielen Spaß bringt.
Mark Seibert als Der Tod war herausragend, sowohl in Auftreten als auch Gesang. Seine Bühnenpräsenz ist wirklich bemerkenswert.
Kurosch Abbasi als Luigi Lucheni führte gekonnt durch das Musical und da wir bei Kitsch eines der Schokoladestücke erbeuten konnten, kann ich ihn natürlich nur Loben: die Rolle passt einfach perfekt zu ihm.
Die Kaiserfamilie war vertreten durch Betty Vermeulen als Erzherzogin Sophie und Lars Rindelaub als Kaiser Franz Joseph.
Besonderen Applaus erhielten dann doch der Kinderdarsteller, der den jungen Rudolf darstellte, sowie Oliver Arno als älterer Kronprinz Rudolf.
Die Pause war wie immer zu kurz im Musical Theater, so dass wir dank der geringen Anzahl Bedienungen nicht zu einem Getränk gekommen sind (geschweige denn zu einer Brezel, die wie immer sehr schnell ausverkauft waren).
Es gab am Schluss nur zwei Vorhänge, die allerdings beide mit Standing Ovations von dem zu ca. 2/3 gefüllten Haus belohnt wurden.
Eine einmalige Chance, sich das Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay in Topqualität anschauen zu können. Empfehlens- und lohnenswert mit Topbesetzung!