Mittwoch, 19. März 2014

Rezension: Wut von Martin Krist


Amazon.de


Kindle eBook € 6,99


Ullstein Verlag
Martin Krist


Seitenzahl der Print-Ausgabe: 453 Seiten
Verlag: Ullstein eBooks (10. Juni 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B00BZ0OU5K

Wieder einmal eine Leserunde bei Leserunden.de. Zusammen mit dem Autor begaben wir uns in den Berliner Untergrund und sind zum Glück vollzählig wieder aufgetaucht, im Gegensatz zu den Charakteren in Wut, dem ersten Paul-Kalkbrenner-Thriller.

Inhalt:

Für Kommissar Paul Kalkbrenner geht so gut wie nichts nach Plan, sein Job verhindert wieder einmal, dass er sich mit seiner Tochter Jessy treffen kann, die genau wie seine Noch-Ehefrau daraufhin die Beziehungseiszeit ausrufen. Ihm ist keine ruhige Minute vergönnt, nachdem in einer U-Bahn-Station die Leichen einer Prostituierten und ihres Zuhälters gefunden werden. Dabei steht gerade ein wichtiger Umweltgipfel in Berlin bevor und es herrscht oberste Sicherheitsstufe. Als dann auch noch ein toter Bauarbeiter entdeckt wird, beginnen die Spuren in den Berliner Untergrund zu weisen, eine Welt in der sich vor allem die Obdachlosen zu Hause fühlen.

Cover:

Graue, abblätternde Tapete vor einer schwarzen Wand, ein roter Buchtitel und ansonsten alle Infos die man sich wünschen kann, sogar der Name hinter dem Pseudonym wird verraten. Nicht besonders spektakulär, sondern eher zweckmäßig. Da es nur die E-Book-Ausgabe gibt, zieht sowieso der Name und nicht das Bild, im Regal würde es ansonsten wohl eher nicht auffallen.

Setting und Stil:

Martin Krist ist Berliner und das merkt man den hervorragend beschriebenen Handlungsorten an. Dazu kommt noch seine Recherche über den Berliner Untergrund und die Infos der Berliner Untergrund e.V., die auch in einem speziellen Artikel am Ende des Buchs vorgestellt werden. Der Thriller verströmt den Duft der Großstadt und es fällt leicht, sich in und unter die Straßen Berlins zu versetzen.
Relativ kurze Kapitel, die zwischen den Hauptcharakteren hin- und herspringen sorgen für rasante Geschwindigkeit und andauernde Spannung. Einige Szenen erlebt man aus verschiedenen Sichtweisen und es gibt kaum Ruhepausen, so dass es eher schwer fällt, den Thriller aus der Hand zu legen, da man ja eben schnell noch das nächste Kapitel lesen kann.

Charaktere:

Paul Kalkbrenner ist ein Kommissar, auf den es von allen Seiten einstürmt, Vorgesetzte, Familie, Kollegen, Presse, alle wollen etwas von ihm, wobei er dies allen nicht unter einen Hut bringen kann. Ihm steht ein ziemlich holpriger Weg bevor, dem man gerne folgt.
Eine weitere wichtige Figur ist Leif, der ziemlich tief in den Fall hineingezogen wird. Noch jemand, der ziemlich einstecken muss.
Neben den Herren der Schöpfung gibt es natürlich auf noch die weibliche Seite in Form seiner Tochter Jenny, seiner Frau und seiner Sekretärin. Mit der letzten kommt er gut zurecht, mit dem Rest ist es eher schwierig bestellt.
Es deutet sich schon an, dass in Kalkbrenner und seinem Umfeld einige Klischees verarbeitet wurden. Nicht wirklich neue Ideen, die trotzdem gut umgesetzt und vermischt wurden und unterhaltsamen Lesestoff ergeben.

Geschichte:

Die Geschichte gibt uns einen interessanten Einblick in die Berliner Unterwelt. Eine interessante Handlung bringt viele mögliche Spuren logisch zusammen und man kommt nicht um den einen oder anderen Aha-Effekt drum herum. Die Reaktionen der Charaktere sind nachvollziehbar und der oder die Täter schön geheimnisvoll. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und sich weiter mit der Handlung befassen einlädt.

Fazit:

Einen in Deutschland spielenden Thriller zu schreiben, ist gar nicht so einfach, die die deutsche Polizeiarbeit nicht wirklich für Thrillerstoff taugt. Umso erfreuter war ich, dass mich dieses Buch fesseln und mitreißen konnte. Es hat Spaß gemacht, sich in die mögliche Parallelwelt unterhalb der Berliner Straßen entführen zu lassen und dort in den engen, unbeleuchteten Gängen zu ermitteln. Es ist also der Beginn einer Reihe, die ich Thrillerfans empfehlen kann, die Action lieben, Klischees akzeptieren und den Thrill auf deutschen Straßen faszinierend finden.




Buchvorstellung:

Über den Autor:

Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genres Bücher. Nach einer Biografie über eine Rotlichtgröße aus dem Ruhrgebiet, über Tattoo-Theo, über die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido und die Grunge-Ikone Kurt Cobain sowie zahlreichen anderen Buchprojekten, konzentrierte er sich ab 2005 auf Krimis und Thriller.

(Quelle: Amazon.de)



Kurzbeschreibung:

Ein perverser Serienmörder wütet in den Katakomben von Berlin 

Kommissar Paul Kalkbrenner hat die Schnauze voll. Von der Berliner Sommerhitze und von Idioten, die nicht gestehen wollen und ihn so daran hindern, auch nur einmal pünktlich zu einer Verabredung mit seiner Tochter Jessy zu kommen. Was die Laune seiner Noch-Ehefrau Ellen nicht verbessert.
Als in der U-Bahn-Station Potsdamer Platz die übel zugerichteten Leichen einer Prostituierten und ihres Zuhälters gefunden werden, glaubt Kalkbrenner an einen Mord im Milieu. Wenig später taucht ein toter Bauarbeiter auf, und der Fall scheint klar: Ein Zeuge wurde beseitigt. Erst ein weiterer U-Bahn-Mord zeigt, dass ein perverser Serienmörder umgeht. Ausgerechnet jetzt, da alle Welt wegen eines Umweltgipfels auf Berlin schaut. Mit Hilfe des jungen Leif, der bei Obdachlosen Sozialdienst leistet, kommt Kalkbrenner einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das in den Tunneln und Bunkern unter der Stadt verborgen ist …

Mit exklusivem Zusatzmaterial über die Katakomben und Bunker Berlins!

»›Wut‹ ist starker Tobak und spannend bis zur letzten Seite.« FAZ

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