Dienstag, 17. Juli 2012

Rezension zu Rosenfolter von Friederike Schmöe



Amazon.de: Broschiert € 11,90
Amazon.de: eBook € 9,99
Verlag: Gmeiner
Autorin: Frederike Schmöe

Inhalt:

Kurz vor Eröffnung der Landesgartenschau in Bamberg werden auf dem Ausstellungsgelände drei Körperteile gefunden. Sie stammen von unterschiedlichen Opfern und wurden auf Kissen aus Rosenblättern gebettet. Hauptkommissar Harduin Uttenreuther zieht seine Freundin, die Privatdetektivin Katinka Palfy hinzu, die mit Hilfe des Reporters Dante Wischnewski eigene Nachforschungen anstellt.

Sie müssen so schnell wie möglich herausfinden, zu wem die Körperteile gehören und ob die Verstümmelungen mit der Landesgartenschau zu tun haben, bevor nach der Eröffnung Menschenmassen über das Gelände ziehen und vielleicht in Gefahr geraten.

Kritik:

Dies war mein erster Krimi von Friederike Schmöe, deshalb waren mir die Hauptcharaktere natürlich noch nicht bekannt. Trotzdem konnte ich mich ganz gut in die Geschichte hineinfinden, auch wenn die vielen Charaktere doch ziemlich verwirrend sind.

Gut gelungen sind Friederike Schmöe die Ortsbeschreibungen. Ich war selbst mehrmals in Bamberg, da meine bessere Hälfte von dort stammt. Dadurch habe ich viele Handlungsorte wiedererkannt und fühlte mich sofort heimisch. Auch die Informationen zur Rosenzucht sind sehr interessant.

Die Geschichte an sich zieht sich etwas und die Nebenhandlung mit dem geplanten Hauskauf hat mir auch nicht wirklich zugesagt. Wenn sie im elften Krimi immer noch nicht weiter mit ihrem Hauptkommissar ist, will ich nicht wissen, was sie in den anderen Bänden gemacht haben.

Der Schreibstil ist angenehm, man kann den Krimi zügig lesen und sich treiben lassen.

Das Cover passt, ist aber nicht spektakulär. Im Buchladen würde ich mir wahrscheinlich nur wegen des Aufklebers zur Landesgartenschau den Krimi genauer anschauen.

Bleibt noch das Fazit: Wen man einen direkten Bezug zu Bamberg hat, dürfte der Roman gefallen, fehlt dieser jedoch, so gibt es bessere Krimis, wahrscheinlich auch aus dieser Reihe.

Montag, 16. Juli 2012

Rezension zu Neben der Spur von Ella Theiss


Amazon.de: Taschenbuch € 8,99
Amazon.de: eBook € 8,99
Verlag: grafit
Autorin: Ella Theiss

Inhalt:

Karo Rosenkranz hat mit 23 Jahren noch das Ziel vor Augen, zu einer bekannten und erfolgreichen Journalistin zu werden. Bisher hat sie es jedoch nur zur freien Journalistin beim Mainzer Tagblatt gebracht.
Sie sieht ihre Chance, als sie über die Feier zum 100. Geburtstag von Hermann Hepp, Firmengründer von Biosuppen Hepp, berichten will. Dabei kommt es zu einem Sprengstoffanschlag militanter Tierschützer, die gegen eine in Tschechien angekaufte Hühnerfarm protestieren.

Da ihr Kollege Alex für die polizeiliche Berichterstattung zuständig ist, macht sie sich direkt an Hermann Hepp heran und tatsächlich scheint im 2. Weltkrieg etwas passiert zu sein, dass sich weiter zu recherchieren lohnen könnte.

Als Karo wenig später die Anzeige zur PR-Mitarbeiterin auf der Webseite der Firma entdeckt, sieht sie ihre Chance, hinter die Kulissen zu blicken, und bewirbt sich.

Kritik:

Ella Theiss' zweiter Roman und erster zeitgenössischer Krimi erzählt eine sehr aktuelle Geschichte über Altlasten des zweiten Weltkriegs, Bio-Imagepflege im Inland und Bio Produktion im Ausland, Autismus und eine junge Journalistin, die die weibliche Variante Günter Wallraffs werden will.

Die Mischung aus Wirtschaftskrimi und Vermisstenfall ist in dieser relativ unblutigen Geschichte sehr gut gelungen. Die Charaktere sind so schön herausgearbeitet, dass der Leser sich gut in sie hinein versetzen und mit ihnen Fühlen kann. Die Handlung geht zügig voran und man hat Schwierigkeiten, das Buch zur Seite zu legen. Ruhige Moment wechseln sich mit actionreichen Sequenzen ab und man wird mit einem furiosen, überraschenden Finale belohnt.

Spannend, unterhaltsam, unvohrhersehbar und zum Nachdenken anregend, verfliegen die 255 Seiten und es bleibt zu hoffen, dass weitere Krimis mit Karo Rosenkranz folgen werden.

Eine Kaufempfehlung für alle diejenigen, die eine gute Krimi ohne verkorksten Kommissar, forensischen Ermittler oder hinterfragender Psychologin genießen können.

Sonntag, 15. Juli 2012

Rezension zu Mord im Dirnenhaus von Petra Schier



Amazon.de: Taschenbuch € 8,95
Amazon.de: eBook € 8,49
Amazon.de: Hörbuch € 19,95
Verlag: Rowohlt
Autorin: Petra Schier
Facebook

Inhalt:

Ein dreiviertel Jahr ist seit dem ersten Teil der Adelina-Reihe vergangen. Adelina ist inzwischen Meisterin und mit dem Arzt Neklas Burka verheiratet. Als in einem Dirnenhaus ein Kölner Goldschmied zu Tode kommt, bittet Ratsherr Georg Reese, dem sie schon einmal helfen konnte, sie wieder um Unterstützung.

Eigentlich wollte sie sich ja von solchen Geschichten fernhalten, doch, wie das Leben so spielt, findet sie sich sehr schnell inmitten der Ermittlungen wieder und ihr bleibt nichts anderes übrig, als zum Schutz der eigenen Familie, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Kritik:

Da ich schon vom ersten Teil der Serie begeistert war, konnte ich den zweiten Teil der Wiederholungstäterleserunde auf http://petra-schier.de/ kaum erwarten und bin mit der Hoffnung an Petra Schiers Roman herangegangen, dass sie den hohen Standard des ersten Teils halten kann. Ich wurde natürlich nicht enttäuscht, sondern mit einem noch schöneren Leseerlebnis belohnt.

Viele bekannte Charaktere aus Tod im Beginenhaus tauchen wieder auf und ermöglichen es dem Leser, sich sofort wieder heimisch zu fühlen. Ergänzt werden sie von neuen Mitspielern, die die Geschichte mit Leben erfüllen und einen neuen spannenden Kriminalfall im Köln des ausgehenden 14. Jahrhunderts ermöglichen.

Die Charaktere stagnieren zum Glück nicht, sondern entwickeln sich weiter. Man merkt zum Beispiel, dass fast ein Jahr vergangen ist, in dem Adelina zur Ehefrau und Apotheker-Meisterin gereift ist. Neue Aufgaben, Sorgen und Pflichten warten auf sie und ihre Lieben und jeder Tag bringt Überraschendes und Herausforderndes, das es zu meistern gilt.

Der historische Kontext ist perfekt in die Geschichte eingebaut. Nebenbei erfährt man noch etwas über einen spannenden Abschnitt der Kölner Geschichte und der Leser erhält natürlich einen tiefen Einblick in das Leben und Arbeiten zu dieser Zeit.

Das Titelbild hat mich nicht so begeistert, aber man sollte Bücher ja eh nicht nach Titelbild und Klappentext aussuchen.

Auch wenn das Buch der zweite Teil der Serie ist, kann man ihn auch ohne Kenntnisse des ersten Teiles gut lesen. Es werden ein paar Hintergrundinformationen aus dem ersten Teil gegeben, ohne dessen Inhalt jedoch ganz preiszugeben. Dadurch, dass ein zeitlicher Abstand zwischen den Bänden liegt, verpasst man nichts, womit ich jedoch nicht sagen will, dass es nicht trotzdem lesenswert ist, sich den ersten Teil auch noch zu Gemüte zu führen.

Bleibt mir nur noch meine absolute Empfehlung auszusprechen. Ein historischer Roman um Adelina und ihre Familie, der durch einen spannenden Krimianteil abrundet wird.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Rezension zu "Da war'n es nur noch drei" von Ina Bruhn



Amazon.de: Broschiert € 10,99

Verlag: Kosmos
Facebook: Findet Jonathan

Inhalt:

Mateus, Nick und Jonathan waren bis zu diesem Sommer die besten Freunde und niemand konnte sie trennen. Doch nun, kurz vor Beginn der Oberstufe, scheint sich alles zu ändern.

Nick wird zum Frauenheld, dem das Nachtleben wichtiger ist, als die Schule, Mateus hat dafür überhaupt kein Glück bei den Frauen und einen miesen Job, der ihn nachts arbeiten lässt. Jonathan zieht sich währenddessen immer weiter von ihnen zurück und sein Plan, Journalist zu werden, scheint keine Rolle mehr zu spielen.

Hinzu kommt die hübsche Liv, die sich in Jonathan verguckt, während gleichzeitig Mateus sie anhimmelt.

Ihr gemeinsamer geheimnisvoller Facebook-Freund Ikarus scheint sie mit der Nase darauf zu stoßen, dass Jonathan in Schwierigkeiten steckt, doch dieser lässt sich nicht helfen und verschwindet eines Tages spurlos und die Suche nach ihm beginnt.

Kritik:

Das Jugendbuch ist der erste Teil der sechsteiligen "Disconnected" Reihe, deren Mittelpunkt wohl Jonathans Verschwinden und das alltägliche Leben seine drei Freunde samt ihrer Probleme ist.

Erzählt wird dieses Buch aus Mateus' Sicht, so dass man als Leser sich sehr leicht in die Geschehnisse und Gefühlregungen hineinversetzen kann.

Die dänische Autorin Ina Bruhn schafft es durch die benutzte Jugendsprache und die Themen, die Jugendliche in dem Alter beschäftigen dürften, eine durchweg authentische Atmosphäre zu erzeugen.

Allerdings geht es mir vor allem im ersten Teil es Buches etwas zu viel um Alkohol und Drogen, aber vielleicht ist die dänische Jugend ja so.

Da das Buch der erste Teil der Serie ist, endet es natürlich in einem gewaltigen Cliffhanger, so dass man nicht drum herum kommt, den zweiten Teil so schnell wie möglich zu kaufen.

Die Geschichte ist spannend, logisch, tragisch, komisch und emotional, genau die richtige Mischung vor allem für Jungen von 14 Jahren aufwärts.


Donnerstag, 5. Juli 2012

Rezension zu Die Holzhammer-Methode von Fredrika Gers



Amazon.de: Taschenbuch € 8,99
Amazon.de: eBook € 8,99
Verlag: Rowohlt
Autorinnenwebseite
Facebook: Holzhammer-Methode
Facebook: Fredrika Gers


Inhalt:

Hauptwachtmeister Franz Holzhammer führt ein relativ ruhiges Leben im Berchtesgardener Land. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Unfälle von Touristen aufzunehmen, oder den einen oder anderen Verkehrsunfall zu klären.

Als ein kerngesunder Gleitschirmflieger ohne erkennbaren Grund abstürzt, will Holzhammer nicht an Unfall glauben, kann jedoch seinen Vorgesetzten nicht überzeugen, der Sache nachzugehen. Also bleibt ihm nicht anderes übrig, als selbst mit den Ermittlungen zu beginnen.

Kritik:

Fredrika Gers hat mit ihrem Roman einen leicht lesbaren Alpenkrimi geschrieben, der uns Lesern neben einem interessanten Kriminalfall den Einblick in das Leben und Denken der ansässigen Bevölkerung ermöglicht.

Gespickt mit Anekdoten erwachen Franz Holzhammer und die anderen Charaktere vor unseren Augen zum Leben. Hinzu kommen ausführliche Landschaftsbeschreibungen und Resis "delikater" Brotaufstrich aus Mankeifett.

Nach Aussage der Autorin soll ein Regionalkrimi schräge Charaktere enthalten, gut und lustig unterhalten und an den Ort gebunden sein. Genau das ist ihr gelungen.

Das ideale Buch um sich in die sommerlichen Alpen versetzen zu lassen. Eine perfekte Urlaubslektüre, die nächstes Jahr eine Fortsetzung erhalten wird.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Rezension zu Epicordia von Thilo Corzilius



Amazon.de: Taschenbuch € 12,99
Amazon.de: eBook € 9,99
Verlag: Piper
Autor: Thilo Corzilius
Facebook

Inhalt:

Zwei Jahre sind vergangen. In Ravinia ist wieder Ruhe eingekehrt und alles geht seinen gewohnten Gang. Lara McLane, die begabte Schlüsselmacherin, muss den Tod ihrer Großmutter verkraften, bekommt allerdings nicht viel Zeit zum Trauern, denn sie wird zusammen mit ihren Freunden nach Epicordia, der Welt unter Ravinia, gerufen, um den Mondvolk gegen eine Bedrohung durch mechanische Gottesanbeterinnen beizustehen.

Der Beginn eines neuen Abenteuers, das ihr neue Freunde, alte Feinde und die Chance, ein Stück dem Titel beste Schlüsselmeisterin aller Zeiten näher zu kommen, beschert.

Kritik:

Thilo Corzilius schafft es mit seiner bildlichen, poetischen Sprache den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Er erschafft mit einer Leichtigkeit Welten, Handlungsorte, Charaktere und Begebenheiten, die jeden Fantasy-Fan erfreuen müssen. Man merkt, dass das Schreiben und die Geschichte um Lara McLane eine Herzenssache für ihn sind und dass er sich auf dem Fantasy-Gebiet sehr gut auskennt.

Das Coverdesign ist sehr gelungen, genau wie die im Buch enthaltene Karte, die dem Leser die Orientierung in Ravinia erleichtert.

Da ich den ersten Teil, Ravinia, noch nicht kannte, hat es mich besonders gefreut, dass er dem Leser den Einstieg in den zweiten Teil durch Erklärungen und Rückblenden erleichtert hat.

Die Geschichte entwickelt sich zügig, ist durchgehen spannend und springt von einem Höhepunkt zum nächsten.

Die Musik- und Romanzitate zu Beginn der Kapitel und im Text sind es wert, nachgeschlagen zu werden.

Mir persönlich ist der Epicordia-Anteil etwas zu klein geraten und ich hätte mir noch mehr Geschichten über das Mondvolk gewünscht. Da es Teil zwei einer nach oben offenen Serie an Büchern ist, kann es natürlich sein, dass einige Nebencharaktere später einmal noch eine Rolle spielen werden, die man im Verlauf dieses Bandes noch nicht erkennen kann. Als Leser fragt man sich dadurch, ob nicht einige Nebengeschichten weglassbar sind, während andere Dinge weiter ausgebaut sein könnten.

Insgesamt also ein guter Fantasy-Roman von einem deutschen Autor. Da heißt es zugreifen, sich mitreißen lassen und sich darauf freuen, dass die Geschichte um Lara McLane hoffentlich noch lange nicht ihr Ende gefunden hat.

Sonntag, 1. Juli 2012

Rezension zu Dampfnudelblues von Rita Falk (Hörbuch)


Amazon.de: Taschenbuch € 8,95
Amazon.de: Hörbuch € 13,99
Amazon.de: eBook € 7,99
Verlag: dtv
Verlag: dav
Franz Eberhofer

Inhalt:

 Ein Jahr ist vergangen und Franz Eberhofer  steht vor seinem nächsten großen Fall.

„Stirb, du Sau“ steht am Haus des Rektors Höpfl . Und führten diese Schmiererei nicht schon zu genug Ermittlungsarbeit, mach der Höpfl auch noch genau das, was ihm aufgetragen wurde.

Ein Selbstmord, der vielleicht doch keiner ist, Verdächtige soweit das Auge blicken kann und dazu noch zwei heimische Krisen, die sich gewaschen haben. Die Susi verlässt ihn und fängt sich einen italienischen Liebhaber ein und sein Bruder Leopold hat nichts Besseres zu tun, als seinen zwergnäsigen Nachwuchs bei Oma und Papa abzuliefern.

Da ihn die (S)Uschi allerdings am liebsten hat, ergibt er sich schließlich in sein Schicksal und auch die Lösung des Falles kann in Angriff genommen werden. Nur das Problem mit der Susi bleibt ein solches…

Kritik:

Nicht viel Neues oder genau das, was man erwartet. Je nachdem wie man es sieht, auf jeden Fall bekommt man das, was der erste Teil auch schon geboten hat. Als Hörbuch einen genialen Vortrag von Christian Tramitz, der einen immer noch zum Schmunzeln bringt, als Buch vielleicht zu wenig Neues.

Der Fall spielt immer noch die Nebenrolle, auch wenn er diesmal ein bisschen weiter in die Tiefen der menschlichen Abartigkeiten führt. Franz macht das, was er am besten kann, sich irgendwie durchzuwurschteln und mit ein bisschen Hilfe schließlich der Lösung näher zu kommen.

Aber hauptsächlich geht es natürlich um Familie, Freunde und Einwohner Niederkaltenkirchens. Die Stimmung und die Sprache sind so, wie im ersten Teil, es kommen ein paar Charaktere hinzu, aber nicht genug, um mir wieder 5 Sterne zu entlocken.

Solide, erwartungserfüllend, unterhaltsam, lustig. Ein Muss für alle Leser  des ersten Teils.
Neueinsteiger sollten erst einmal in Teil eins hineinlesen und, vor allem, –hören.