Dienstag, 7. Oktober 2014

Blogtourstop: Verraten und Verkauft von Madison Clark


Gestern ist die Blogtour zu Verraten und Verkauft von Madison Clark bei Bambinis Bücherzauber gestartet. Dort wird euch der Gay-Romance-Thriller vorgestellt. Am zweiten Tag stoppt die Tour nun bei mir und es geht weiter mit einer Leseprobe, die euch lustige Szenen präsentiert und zeigt, was euch bei Verraten und Verkauft erwartet.

Da es dabei teilweise nicht jugendfrei zugeht, sei der Text nur Erwachsenen empfohlen, wobei dies bei dem Genre aber wahrscheinlich selbstverständlich sein dürfte.

Viel Spaß beim Lesen und Lösen der anschließenden Rätselaufgabe.


Leseproben aus „Verraten und Verkauft“

Marc schloss die Haustür auf und ging hinein. Bereits im Flur hörte er den Fernseher laufen. Es roch nach frischem Kaffee und Zigaretten.
Das war’s dann mit meiner Überraschung.
Trotzdem schlich er leise vorwärts und blieb im Türrahmen zum Wohnzimmer stehen. Mit einem Lächeln beobachtete er Eric, der auf der Couch lag, eingehüllt in eine Decke, und gelangweilt durch das Fernsehprogramm zappte.
»Guten Morgen«, sagte er und musste gleich darauf lachen, als Eric erschrocken vom Sofa sprang und ihn böse anstarrte.
»Wie wäre es mit anklopfen?«, murmelte Eric und hielt die Decke an einem Zipfel vor sich.
»In meinem eigenen Haus?« Marc grinste und kam auf ihn zu. »Wie es aussieht, geht es dir besser. Das freut mich. Julian hat auch ganze Arbeit geleistet.« Er stellte dabei die beiden Papiertüten neben Eric auf das Sofa. »Das ist für dich.« Dann brachte er die Tüte mit den Lebensmitteln in die Küche. Als er wieder zurückkam, staunte er im wahrsten Sinne Bauklötze.
Eric hatte die Decke fallen gelassen und stand nackt, nur mit einer Bluejeans in der einen und dem schwarzen Kapuzenpullover in der anderen Hand vor ihm. Gestern noch hatte er keine Augen für das gehabt, was er jetzt sah. Überrascht schluckte Marc und sein Blick wanderte über Erics Körper. Abgesehen von den Verletzungen, fühlte er etwas, das ihm nicht fremd war. Jahrelang hatte er dieses Gefühl nur noch bei Frauen gespürt, doch Eric hatte es wieder an die Oberfläche gekitzelt. Eric war ein Mann und er konnte nicht leugnen, dass er sein Gegenüber attraktiv fand. Überraschenderweise sogar sehr anziehend. Wiederholt schluckte Marc und entdeckte ein Tattoo an einer Stelle, die ihn besonders faszinierte. Seine Wangen glühten, aber er konnte die Augen nicht abwenden. Eric trug nicht nur auf der rechten Schulter ein Schlangentattoo, sondern auch eines auf dem Bauch, unterhalb des Nabels. Es war ein verschlungenes Muster aus verschiedenen Ranken. Nur mühevoll gelang es Marc seinen Blick langsam wieder nach oben schweifen zu lassen.
»Und?« Eric grinste ihn über beide Ohren an.
Marc runzelte die Stirn und versuchte, ganz unschuldig zu wirken.
»Gefällt dir, was du siehst?«
Marc fühlte sich ertappt. Verlegen lächelte er. »Oh … ähm … ja … ähm, ich meine … du weißt …«, stammelte er und drehte sich um.
»Was weiß ich?«
Zwei Hände hielten ihn plötzlich an den Schultern fest. Es war eine ganz normale Berührung, aber für Marc sandten Erics Fingerspitzen sanfte, elektrisierende Stromstöße aus. Sie kribbelten auf seiner Haut und brachten seinen Puls zum Rasen. Er verharrte ganz still und schloss die Augen. Für einen kurzen Moment genoss er dieses unglaubliche Gefühl, bis er erschrak und sich hastig zu Eric umdrehte.
»Sag schon, was weiß ich?« Erics Mundwinkel zuckten.
Auf einmal war seine Kehle ganz trocken. Er räusperte sich und wählte die Ablenkungstaktik. »Wie wäre es mit einem guten Frühstück? Ich war einkaufen.«
»Keinen Hunger.«
»Frischen Kaffee?«
»Schon erledigt.«
»Na dann. Ich geh in die Küche und hole mir eine Tasse.« Marc wollte sich abwenden, aber Erics Hände berührten ihn erneut an den Schultern. Sofort kehrte dieses elektrisierende Kribbeln zurück. Inzwischen musste sein Gesicht einer Tomate gleichen, dachte er, während er da stand und nicht wusste, wie er reagieren sollte. In diesem Augenblick wanderten Erics Finger langsam in seinen Nacken, und Marc konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sein Herz hämmerte wild in der Brust, seine Hände wurden ganz feucht und sein Atem ging schneller. Eric näherte sich seinem Gesicht und dann flüsterte er ihm ins Ohr: »Bring mir eine Tasse mit.«
Wie geohrfeigt schnappte Marc nach Luft und die knisternde Atmosphäre war verpufft. Einerseits erleichtert, andererseits durcheinander nickte er wortlos. So schnell er konnte, eilte er in die Küche, lehnte sich gegen den Kühlschrank und atmete tief durch.
Was war das eben? Hat Eric versucht, mich zu küssen?
Was auch immer gerade passiert war, ein kleiner Funke in ihm wünschte sich, Eric wäre noch einen Schritt weiter gegangen. Doch sein Verstand riet ihm, einen klaren Kopf zu behalten.
Du hast dir das alles nur eingebildet, sagte er sich und wiederholte die Worte im Stillen wie eine Beschwörung. Nebenher holte er zwei Tassen aus dem Schrank und schenkte den frisch aufgebrühten Kaffee hinein. Eric hat nicht versucht, dich zu küssen. Das ist totaler Irrsinn! Du tust einfach, als wäre nie etwas passiert.
Trotz dieses Mantras bekam er ziemlich weiche Knie, als er zurückkehrte und sich schnell auf die Ledercouch setzte. Marc versagte kläglich bei dem Versuch, dem Drang zu widerstehen, seinen jungen Besucher zu beobachten, und so schielte er immer wieder zu ihm hinüber, während dieser nackt vor ihm stand und überlegte, welche Pants er anziehen sollte. Die graue in der linken Hand, oder die schwarze in der rechten. Das Glühen in seinen Wangen wurde intensiver.
»Woher kennst du meine Größe?«, fragte Eric, während er sich für die schwarze Unterhose entschied.
»Ich habe geraten.«
»Auf jeden Fall hast du Geschmack.«
»Danke. Was trägst du da eigentlich für eine Kette?«
Eric antwortete nicht, sondern nestelte plötzlich hektisch an dem Verschluss herum, um sie abzulegen.
»Warte, ich helfe dir.«
Marc stand auf, um seinen Worten Taten folgen zu lassen, als der Verschluss unversehens aufging und Eric die Kette aus den nervös zittrigen Fingern auf den Boden glitt.
»Mist!«
Marc ging vor ihm in die Hocke, um die goldene Kette aufzuheben, die ihm bei näherem Hinsehen bekannt vorkam.

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»MARC!«
Die schneidende Stimme, die diesen Schrei ausstieß, fuhr ihm durch Mark und Bein, ihm stockte der Atem und sein ganzer Körper verkrampfte sich.
»VERDAMMT! MARC! WAS MACHST DU DA?«
Ein dicker Kloß bildete sich in seiner Kehle. Langsam drehte er den Kopf und sah über die Schulter Nicole in die schockgeweiteten Augen.
»Nicci, was machst du denn hier?« Marcs Stimme war nicht mehr als ein heiseres Flüstern.
Anstatt zu antworten, machte sie auf dem Absatz kehrt und verschwand im Flur.

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»Gefällt es dir?« Eric drehte sich einmal im Kreis.
»Die Sachen stehen dir.« Der Anblick ließ Marc das Telefongespräch mit Emerson vergessen. Er hatte nur noch Augen für den unwiderstehlichen Blondschopf.
»Dann werden dir die anderen Klamotten auch gefallen.« Eric hob die Hand und lockte Marc mit dem Zeigefinger näher zu sich heran. »Wie wäre es mit einer ganz privaten Anprobe?«, wisperte er ihm zu.
Verlegen schweifte Marcs Blick durch die Boutique. Sie waren keineswegs die einzige Kundschaft, aber Eric schien kein Nein zu akzeptieren. Ehe er sich versah, standen beide in der Umkleidekabine und der Vorhang wurde hinter ihm zugezogen. Fast im selben Moment verstrickte Eric ihn in einen leidenschaftlichen Kuss. Überrascht von dem intensiven Zungenspiel zögerte Marc zuerst, denn sie waren nicht allein. Eric lenkte mit seiner Zunge Marcs Aufmerksamkeit ganz geschickt auf sich, bis Marc die Initiative ergriff und den Zungenkuss hungrig erwiderte. Kurz darauf hauchte Eric ihm zärtliche Küsse ins Gesicht. Betont langsam ließ er keine Stelle aus und seine Lippen wanderten bis zum Hals.
Marc stöhnte und versuchte sich zusammenzureißen, doch bei Erics frecher Herausforderung wollte es ihm nicht gelingen. Erics Finger streichelten seinen Nacken und schließlich die Brust. Am liebsten hätte er seinen Mantel und das Hemd ausgezogen, um ihn noch deutlicher zu spüren, aber das traute er sich nicht. Bereits im nächsten Augenblick übernahm Eric die Führung. Seine Hände strichen weiter nach unten, während er gierig an Marcs Hals knabberte, um dann ganz geschickt die Gürtelschnalle und den Knopf von Marcs Hose zu öffnen.
»Nicht … nicht hier … wir …« Marc seufzte und seine nächsten Worte wurden von einem erneut heißen Zungenspiel verschluckt. Eric saugte an seinen Lippen und biss immer wieder spielerisch hinein.
Bevor er richtig begriff, was gerade passierte, hatten Erics Finger den Reißverschluss geöffnet und streichelten Marcs Glied durch den Stoff der Boxershorts. Diese zarten Berührungen entlockten ihm ein lustvolles Seufzen und er musste sich mit den Händen an der Kabinenwand abstützen.
Du verdammter Teufel, dachte er und presste die Lippen fest aufeinander.
Eric war in die Knie gegangen und begann Marcs hart gewordenes Glied zu küssen. Zuerst durch den dünnen Stoff, bis er alles mit einem Ruck nach unten zog. Seine Hände massierten Marcs nackten Hintern, seine Zunge spielte mit Marcs Eichel, wobei er sie abwechselnd küsste, leckte und daran saugte.
Marc wusste nicht mehr, wie ihm geschah. Schnell atmend schloss er die Augen, legte den Kopf in den Nacken und biss sich auf die Lippen, um nicht laut aufzustöhnen. Aber offenbar schien Eric genau darauf hinauszuwollen, denn er narrte ihn fortwährend. Mal hauchte er zarte Küsse auf Marcs Schaft, dann lutschte er wieder und biss zart hinein, während seine Hände immer noch Marcs Hintern kneteten. Marc nahm nichts mehr um sich herum wahr. In seinem Inneren brodelte ein anwachsender Vulkan und Eric schürte die glühende Lava mit jedem weiteren Zungenschlag. Eric ging noch einen Schritt weiter und nahm seinen hart gewordenen Penis in den Mund. Die plötzliche Wärme und Feuchtigkeit brachten Marcs Körper vor Lust zum Beben. Und um Marcs Libido noch zu steigern, fuhr Erics Zunge immer schneller auf und ab und seine Hände massierten Marcs Hoden. Das war der Punkt, an dem er sich nicht mehr zurückhalten konnte und laut aufkeuchte. Es kostete ihn alle Mühe, still stehen zu bleiben, wobei er versuchte, sich an den Wänden der Umkleide festzuhalten, die dadurch jedoch anfing zu wackeln. Für einen Moment wurde er sich bewusst, dass draußen Leute herumliefen und der Vorhangstoff nicht bis auf den Boden reichte.
Schließlich spürte Marc ein verräterisches Ziehen in den Lenden und der Gedanke löste sich in Luft auf. Er stand kurz vor seinem Höhepunkt. Aber bevor er ihn erreichte, wollte er das Gefühl noch einmal richtig auskosten. Daher fing er an, ganz sachte zuzustoßen, während Erics Zungenspiel an Leidenschaft zunahm, bis Marc sich nicht mehr zurückhalten konnte. Fest auf die Unterlippe beißend schoss nur wenige Atemzüge später sein Samen in Erics Mund. Zitternd und stöhnend sackte er nach vorne. Verglichen mit den letzten beiden Malen war dies eindeutig der beste Blowjob gewesen.
Der Blondschopf leckte noch den letzten Rest mit der Zungenspitze auf und erhob sich.
Mit einem frechen Grinsen sahen sie sich tief in die Augen. Marc schüttelte schließlich den Kopf und zog Eric in eine liebevolle Umarmung.
»Du bist ein Biest«, murmelt er und küsste ihn auf die Haare.
»Wohl eher eine Raubkatze«, flüsterte Eric und kuschelte sich in Marcs Halsbeuge.
»Wollen Sie da noch länger drin bleiben?«, sprach plötzlich eine genervte Männerstimme. »Es gibt noch andere Kunden in diesem Geschäft.«
Erschrocken zuckte Marc zusammen und Eric grinste noch breiter.
»Wir sind gleich fertig«, rief Eric zurück, während Marc sich die Hose zuknöpfte und im Spiegel betrachtete.
»Alles sitzt wieder an seinem Platz«, flüsterte Eric ihm ins Ohr und schlang seine Arme von hinten um ihn.
Marc küsste seine Fingerspitzen und drehte sich zu ihm um. »Du bist wirklich ein Bastard.«
»Immer wieder gerne.« Eric schmunzelte und verschloss ihre Lippen ein letztes Mal mit liebevoller Hingabe.
Marc hätte nicht genug davon bekommen können, aber es war Zeit, von hier zu verschwinden, sonst würde Eric noch auf einen weiteren versauten Gedanken kommen. Und diesen wollte er dann lieber allein und ungestört mit ihm ausleben.
»Dann lass uns gehen.« Marc deutete mit dem Kinn auf Erics neue Kleidung. »Willst du sie gleich anlassen?«
»Gute Idee und die nehme ich auch gleich mit.«
Zum ersten Mal, seitdem sie in der Umkleidkabine waren, fielen Marc noch weitere Kleidungsstücke auf. Zwei Jeans, eine schwarz, die andere dunkelblau. Ebenso ein schwarzes Hemd und zwei Pullover in dunklen Farben. Marc wagte einen Blick auf die Preisschilder und rechnete schnell durch. Alles zusammen kostete mehr als dreihundert Pfund. Trotzdem gab er sich einen Ruck, denn Eric würde auch in diesen Klamotten sehr verführerisch aussehen. Somit hatten sie beide etwas davon.
»Wird’s bald?«, rief die Männerstimme wieder.
Eric schob den Vorhang zur Seite und ging voraus. Marc folgte ihm mit glühenden Wangen. Beim Hinausgehen sah er sich einem Mann um die Fünfzig gegenüber, der sie beide mürrisch musterte.
»Wird auch langsam Zeit.« Der Fremde drängelte sich an ihnen vorbei in Richtung Kabine.
»Wenn ich meinem Freund einen blase, kann ich nicht mittendrin aufhören«, erwiderte Eric zwinkernd.
Wenn vor Marc ein tiefes Loch aufgetaucht wäre, er wäre sofort hineingesprungen. Stattdessen nahm Eric ihn an die Hand und zog ihn in Richtung Kasse. Ein Blick über seine Schulter zeigte den Fremden, der konsterniert da stand und den beiden hinterher sah.
Als Marc im Eiltempo bezahlt hatte, wollte er nur noch auf die Straße, wo sie schließlich in Gelächter ausbrachen. Eben hatte er sich noch geschämt, aber nun gestand er sich ein, dass er sich nie besser gefühlt hatte als jetzt. Eric war und blieb einfach unbezahlbar für ihn. Seine spontanen Überraschungen waren mit nichts vergleichbar, was er bisher erlebt hatte.
»Ich danke dir«, sprach Eric und küsste ihn auf die Wange.
»Wofür?«
»Na für die Klamotten. Und jetzt habe ich Durst und brauche dringend was zum Essen.«
Ohne lange zu überlegen beschloss Eric, dass sie beide das nächste Fastfood-Restaurant aufsuchen sollten. Marc war es egal und stimmte widerstandslos zu.

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»Jetzt nimm einen Schluck davon.«
»Was ist das?« Marc hob ein Stück weit seinen Kopf an, genau in dem Moment, als Eric ihm die Wodka-Falsche an die Lippen presste. Von einem plötzlichen Hustenanfall geschüttelt, fiel Marc wieder zurück auf das Kissen.
»Ich … ich will das nicht«, beschwerte sich Marc und stöhnte.
»Du bist der schwierigste Patient, den ich kenne.« Eric seufzte und stellte die Flasche auf den kleinen Couchtisch, der mit weiteren Operationsutensilien belagert war. In Gedanken fügte er hinzu: »Eigentlich bist du mein erster Patient überhaupt.«
Sein ganzes Wissen über Medizin beruhte aus dem Biologieunterricht und dem, was das Fernsehprogramm in der heutigen Zeit zu bieten hatte. Aber das behielt er besser für sich. Ebenso, dass er nervöser war als sein Freund. Doch er wusste, was getan werden musste, um ihm zu helfen. Ohne Behandlung bekam Marc womöglich noch ein eitriges Bein oder sogar eine Blutvergiftung. Mit einem Blick zum Tisch überprüfte er ein letztes Mal, ob er auch nichts vergessen hatte.
Eine Schüssel mit abgekochtem und immer noch warmem Wasser hatte er aufgebaut. Daneben hatte er den Verbandskasten aus dem Auto ausgebreitet. Kurz davor hatte er, auf Marcs Hinweis, ein Taschenmesser im Handschuhfach entdeckt, das er im Wasser abgekocht hatte. Der Wodka musste als Desinfektionsmittel genügen.
»Ich … ich will das nicht«, flüsterte Marc und sah ihm mitleiderregend an.
»Fuck! Bei deinem Hundeblick kann ich mich nicht vorbereiten. Am besten machst du die Augen zu.« Dabei kniete er sich vor das Sofa und nahm Marcs Hand, die ganz kalt und feucht war. »Du musst da jetzt durch. Wenn die Kugel nicht entfernt wird, kann es schlimmer werden. Und dann müsste ich dich ins Krankenhaus bringen.«
»Bloß kein Krankenhaus.« Marc versuchte ein Lächeln, aber es misslang. »Ich … habe … Angst.« Schutzsuchend schmiegte er seine Wange an Erics Hand und hauchte ihm einen Kuss darauf.
»Das wird schon. Okay?«
Marc nickte.
Eric lächelte, um ihm und sich Mut zu machen. »Dann sei ein braver Patient und tu, was der Onkel Doktor dir sagt.« Während er sprach, beugte er sich über Marcs Gesicht und küsste ihn ganz sanft auf den Mund.
»Doktorspiele kenne ich … anders.«
»Du Scherzkeks.« Eric schüttelte den Kopf und stand auf. »Solange du noch Witze reißen kannst, stirbst du nicht.«
Obwohl ihm überhaupt nicht zum Scherzen zumute war, freute er sich, wenigstens Marc damit ein wenig von dem Bevorstehendem abzulenken. Innerlich war jedoch jeder Muskel in seinem Körper aufs Äußerste gespannt.
»Je länger wir es hinauszögern, umso schlimmer wird es. Bist du bereit?«
Abermals nickte Marc.
Eric wusste, das war gelogen. »Dann sei stark für mich.«
Er nahm, wie zuvor besprochen, zwei Mullbinden und befestigte eine an Marcs Handgelenke und anschließend an der Holzlehne des Sofas. Das Gleiche tat er mit den Beinen. Marc durfte nicht um sich schlagen, wenn sein Vorhaben gelingen sollte. Danach griff Eric nach der Flasche Wodka und trank erst einmal einen Schluck, danach schüttete er sich ein wenig über die Hände und rieb sie damit ein. Eigentlich hätte er gerne Handschuhe getragen, aber die fehlten im Verbandskasten. Ohne weitere Worte zu verlieren, griff er nach einem kleinen Handtuch – das er zusammen mit dem Kochtopf in der Küchenzeile gefunden hatte –, tauchte es ins warme Wasser und wusch vorsichtig die Wunde aus. In den Augenwinkeln sah er Schweißperlen auf Mars Stirn glitzern, während dieser immer wieder laut stöhnte, sich vor Schmerz fest auf die Unterlippe biss und den Kopf hin und her wälzte. Als er das Handtuch auf den Boden warf, war es voller Blut. Nebenbei stieg ihm der metallische Geruch in die Nase, und ihm wurde erst jetzt so richtig bewusst, was er vorhatte. Eric schluckte merklich. Anschließend nahm er eine Kompresse aus dem Verbandskasten, tränkte sie mit Alkohol und wusch noch einmal über die Wunde.
Aus Marcs Stöhnen wurde ein gellender Schrei, der ihm durch Mark und Bein fuhr. Eric durfte nicht die Kontrolle verlieren und biss die Zähne zusammen. Er schob Marc ein Stück Holz in den Mund, worauf er beißen sollte. Bewusst mied er dabei Marcs Blick, um sein schmerzverzerrtes Gesicht nicht zu sehen, sonst hätte er nicht weitermachen können. Dann nahm er seinen ganzen Mut zusammen und griff nach dem Taschenmesser. Mit zittrigen Fingern näherte er sich der geröteten Wunde und hielt für etliche Sekunden inne.
Es gibt keinen anderen Weg, redete er sich ein. Ich kann das. Ich kann das. Ich kann das. Ich muss das können!
Mit der linken Hand stützte er sich auf Marcs Bein ab, mit der rechten, die das Taschenmesser hielt, näherte er sich dem Einschussloch. Entschlossen drang er mit der Spitze ein und schnitt ins Muskelgewebe, aber nur soweit, dass er mit dem Finger hineinfassen und die Kugel ertasten konnte.
Ein ohrenbetäubender Schrei ließ sein Trommelfell vibrieren und es schmerzte ihn, Marc so leiden zu lassen, aber er machte unbeirrt weiter. Schließlich entfernte er das Messer, bohrte mit dem Zeigefinger in der Wunde herum und fühlte die Kugel. Sie war gar nicht so tief eingedrungen. Das Blut und den erstickten Schrei ignorierend, fasste er sich ein Herz und griff mit Daumen und Zeigefinger nach dem Projektil. Plötzlich war alles ganz still. Nun wagte er doch einen Blick auf Marc, der ohnmächtig geworden war.
»Gott sei Dank.«
Erleichtert zog er Momente später die Kugel heraus und hielt sie triumphierend in der Hand. Blutig glitzerte sie im Licht.
»Ich habe sie!«, rief er jubelnd.
Eric warf die Kugel in die Wasserschüssel und griff mit den blutverschmierten Händen nach der Wodkaflasche, aus der er einen tiefen Schluck nahm. Die brennende Flüssigkeit rann seine Kehle herab und es tat so unglaublich gut. Ein riesiger Felsbrocken war von seinen Schultern gefallen.
»Verdammte Scheiße, ich habe das Ding echt aus dir rausgeholt.« Er beugte sich nach unten, entfernte das Holzstück aus Marcs Mund und küsste ihn zärtlich, obwohl er es nicht mitbekam. »Du bist mein süßer Held. Ich habe dich lieb. Ruh dich jetzt aus und ich mache dir einen Verband. Du wirst sehen, alles wird gut.«

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Plötzlich glaubte er leise Schritte zu hören und diese stammten nicht von Eric. Sie waren anders, tapsig und dennoch schwerfällig. Als wollte das Geräusch beweisen, dass er es sich nicht eingebildet hatte, spürte er etwas an seinem Hosenbund. Erschrocken fuhr er zusammen und konnte gerade noch einen Aufschrei verhindern.
»Was ist denn los?«, zischte Eric und tauchte im Türrahmen auf.
»Irgendwas ist an meinem Bein«, antwortete Marc. Im selben Moment klingelte ein Glöckchen.
»Das gibt’s doch nicht!« Zu Marcs größter Überraschung knipste Eric das Licht an.
»Spinnst du?«
»Nein, das ist Sir Robby!«
»Was?« Fassungslos starrte er seinen Freund an, der vor ihm in die Knie ging. Sein Blick wanderte nach unten und der nächste Schock traf ihn. Auf dem Fliesenboden hockte ein Hund und schnupperte an seinem Hosenbein. »Ahhhh … weg mit dir.« So schnell er konnte hinkte er zur Seite.
Eric verbiss sich ein Lachen und gab dem Hund einen Kuss auf den Kopf, danach streichelte er ihn ausgiebig. Und das Tier genoss es in vollen Zügen.
»Wer ist das?«, fragte Marc leise und hoffte, dass niemand im Haus mitbekam, dass in der Küche Licht brannte. Ein flüchtiger Blick auf die Uhr am Mikrowellenherd zeigte, es war kurz vor vier. Um diese Uhrzeit schliefen hoffentlich alle im Haus.
»Darf ich dir vorstellen …«, Eric erhob sich, »das ist Sir Robby … der Hund meiner Mutter. Eine echte britische Bulldogge mit Stammbaum.«
Das erklärt dann wohl das Sir, dachte Marc und verzog das Gesicht, als er den Hund musterte, der sich hingesetzt hatte und die Schnauze an Erics Bein rieb.
Skeptisch machte Marc noch einen Schritt zur Seite. »Der bellt ja gar nicht. Kannst du ihn nicht irgendwo einschließen oder so?«
»Jetzt sag mir bloß nicht, du hast Angst vor Hunden?« Das freche Grinsen in Erics Gesicht sprach Bände. »Ich fasse es nicht. Da stellst du dich Norman und Dylan im Kampf, obwohl beide eine geladene Waffe tragen … und nun willst du mir allen Ernstes weismachen, dass du Angst vor Hunden hast?«
»Ich mag Katzen. Meine Eltern hatten früher zwei Perser«, lenkte Marc ein, der sich über Erics Schadenfreude kein bisschen erbauen konnte. »Katzen sind fantastische Tiere.«
»Das sind Hunde auch«, konterte Eric und drehte sich um. Sein Ziel war der Kühlschrank. »Wenn du Sir Robby sein Lieblingsessen gibst, wird er dich bis in alle Ewigkeiten vergöttern.«
Eric dreht gerade durch. Oder er hat irgendwelche Drogen genommen und ich habe es nicht mitbekommen. Jetzt will er den Köter auch noch füttern. Ich fass es nicht!
»Wunderbar«, hörte er Eric nebenher, der im Inneren des Kühlschrankes herumwühlte.
»Bist du dir auch ganz sicher, dass er nicht bellt?« Argwöhnisch behielt Marc das Tier im Auge, der inzwischen mit allen Vieren ausgestreckt auf den Boden lag und seinerseits Marc anschielte.
»Sir Robby bellt nie«, stellte Eric klar und kam mit einem Teller zurück, den er Marc in die Hand drückte. »Auf Norman ist eben Verlass. Er isst Gänseleberpastete genauso gerne wie er.« Mit dem Kinn deutete er auf die Bulldogge. »Gib sie ihm und ihr seid die besten Freunde.«
Während Marc den Teller hielt, war Sir Robby aufgestanden, wedelte mit seinem kleinen, dicken Schwanz und sah ihn schmachtend an. Marc schluckte. Ob der Hund harmlos war oder nicht, diese Tatsache änderte nichts daran, dass er Angst hatte. Spinnen, Ratten, Mäuse, Käfer und sonstige Insekten und Ungeziefer machten ihm nichts, aber bei Hunden stellten sich ihm die Nackenhaare auf.
»Ich will aber nicht sein Freund sein«, erwiderte Marc.
»Jetzt stell dich nicht so an. Er tut dir wirklich nichts. Er ist die liebste Bulldogge auf der ganzen Welt. Beißen tut er auch nicht.«
»Das beruhigt mich kein bisschen.« Dennoch beugte Marc sich vorsichtig nach unten und hielt den Teller mit der Pastete so weit von sich, wie nur möglich.
Mit einem Satz kam Sir Robby auf Marc zugesprungen, der den Teller schnell abstellte und sofort einen weiteren Schritt zur Seite machte, dabei klingelte das Glöckchen am Halsband des Tieres. Der Hund schnupperte an dem Essen und begann augenblicklich die Gänseleber genüsslich zu mampfen.
»Siehst du … war gar nicht so schwer.« Eric kam zu ihm und küsste ihn auf die Wange. »Dann lass uns weitergehen.«
Das war eine sehr vernünftige Entscheidung.

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Wer Lust auf mehr bekommen hat, der sollte sich den Thriller so schnell wie möglich bei Amazon als Taschenbuch oder E-Book zulegen.



Kommen wir nun zum Gewinnspiel. Es gibt folgende lohnenswerte Preise zu gewinnen, die der Main-Verlag zur Verfügung gestellt hat:
1. Platz: Ein MAIN-Verlag-Fanpaket, bestehend aus 3 signierten Taschenbüchern (1x V&V, 1x Desire&Love Gesamtausgabe, 1x "Schattenspiele"), dazu Lesezeichen, etwas Süßes und Tee.
2. Platz: 1 signiertes Taschenbuch, etwas Süßes und Tee.
3. Platz: Lesezeichen, etwas Süßes und Tee.

Und hier die Infos zum Gewinnspiel ...

Das Gewinnspiel! Ihr müsst jeden Tag die „tägliche“ Frage richtig beantworten und am Ende habt ihr das Lösungswort. Das tragt ihr in die (imaginäre) Kreuzworträtselgrafik ein. Die Antwort auf die tägliche Frage findet ihr im Beitrag. Also ganz genau aufpassen. Am Ende, wenn ihr das Lösungswort gefunden habt, habt ihr 24Stunden Zeit es an folgende Emailadresse einzusenden: madison.clark@gmx.de (Betreff:Gewinnspiel Blogtour)

Einsendeschluss: 14.10.2014 23:59 Uhr



Viel Spaß beim Miträtseln und viel Glück bei der Verlosung.

Damit endet der Blogtourstop auch schon wieder und mir bleibt nur noch, Euch die anderen Stationen vorzustellen.

6.10. - Tag 1: Buchvorstellung bei Bambinis Bücherzauber
7.10. - Tag 2: Leseprobe und interessante Textausschnitte bei mir
8.10. - Tag 3: Charaktervorstellung Marc bei Julias Sammelsurium
9.10. - Tag 4: Handlungsorte bei Die Bücherfreaks
10. 10. -Tag 5: Wie weit würde man aus Liebe gehen? bei The World of Big Eyes
11.10. - Tag 6: Charaktervorstellung Eric bei Astrid Rose
12.10. - Tag 7: Autoreninterview bei Carol Grayson Dark Romance
13.10.- Tag 8: Charakterinterview bei Ramona testet Querbeet
14.10. - Einsendeschluss für das Gewinnspiel
15.10. - Auflösung und Auslosung auf allen Blogs

Kommentare:

  1. Netter und auch durchaus lustiger Ausschnitt aus dem Roman.

    LG..Karin

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  2. Madison Clark hat ausgelost. Das Lösungswort war TOGETHER und hier die Gewinner:

    Gewinner sind:

    1. Platz Carmen Benner
    2. Platz Karin Felme
    3. Heike Görnt

    Gratulation und viel Spaß mit den Buch

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